Eine sachgerechte Schmierung ist entscheidend für die optimale Leistungsfähigkeit und eine lange Lebensdauer von Stehlagern.
Ohne sie sind diese sicherheits- und betriebsrelevanten Komponenten deutlich anfälliger für erhöhten Verschleiß und stärkere Reibung – mit der Folge eines vorzeitigen Lagerschadens, kostspieliger Ausfallzeiten und geringerer Effizienz.
Dieser Leitfaden gibt praxisnahe Hinweise zur Auswahl des geeigneten Fetts für Stehlager und behandelt zentrale Schmiereigenschaften, mehr als 15 Markenempfehlungen sowie Anwendungs- und Verarbeitungsmethoden.
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Kurzantwort
Für die meisten Lager istein Lithium-Komplexfett der NLGI-Klasse 2 mit EP-Additivender beste Ausgangspunkt. Es deckt Temperaturen von −30°C bis +140°C ab, ist beständig gegen Auswaschung durch Wasser und eignet sich für unterschiedliche Lastbereiche.
Bei lebensmitteltauglichen, schnelllaufenden oder extrem temperaturbelasteten Anwendungen fällt die Wahl anders aus – die vollständige Einordnung finden Sie unten.

Wesentliche Eigenschaften von Schmierfett
Die richtige Fettauswahl setzt das Verständnis einiger entscheidender technischer Kennwerte voraus. Nur ein optimal abgestimmter Schmierstoff bietet maximalen Schutz und verlängert die Lagerlebensdauer deutlich.
Grundölviskosität
Die Grundölviskosität bestimmt die Tragfähigkeit des Schmierfilms unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen.
Niedrige Drehzahlen und hohe Lasten: öle mit höherer Viskosität erhalten einen tragfähigeren Schmierfilm aufrecht, der für den Schutz des Lagers unter Belastung unerlässlich ist.
Hochgeschwindigkeitsanwendungen: Grundöle mit niedrigerer Viskosität verringern Walkverluste und Wärmeentwicklung.
Konsistenz (NLGI-Klasse)
Die NLGI -Kennzahl (National Lubricating Grease Institute) beschreibt die Konsistenz des Schmierfetts und reicht von 000 (sehr dünnflüssig) bis 6 (außerordentlich fest).
NLGI 2 wird für die meisten Stehlager allgemein empfohlen — es bietet ein hervorragendes Verhältnis von Förderbarkeit und Haftvermögen für eine Vielzahl von Anwendungen. Unter bestimmten Einsatzbedingungen kann jedoch eine andere NLGI-Klasse erforderlich sein.
Die Konsistenz sollte sich durch Temperatur oder mechanische Beanspruchung nur geringfügig verändern:
Erweichung bei hohen Temperaturen: kann zu Fettverlusten aus Lagern und Gehäusen führen.
Verfestigung bei niedrigen Temperaturen: kann den Leichtlauf des Lagers beeinträchtigen.
Additive
Schmierfettformulierungen enthalten häufig Additive, um bestimmte Leistungseigenschaften gezielt zu verbessern:
Extreme-Pressure-(EP)-Additive: sind für Hochlastanwendungen unverzichtbar. Diese Verbindungen bilden auf Metalloberflächen einen Schutzfilm und verhindern bei hoher Druckbelastung den direkten Metall-auf-Metall-Kontakt. Bei der Bewertung von EP-Schmierfetten sollte geprüft werden, ob sie die ASTM D2596 -Normen für Schweißpunkt und Lasttragevermögen erfüllen.
Korrosionsschutz und Wasserbeständigkeit: Lithiumverseifte Schmierfette sind wegen ihrer guten Wasserbeständigkeit weit verbreitet; Polyharnstofffette bieten jedoch eine noch höhere Auswaschbeständigkeit und Oxidationsstabilität — ideal für feuchte oder nasse Umgebungen.
Die Einteilung von Schmierfetten nach Verdicker ist entscheidend, um das optimale Schmiermittel für Wälzlager auszuwählen:
Tabelle 1: Gängige Schmierfettarten nach Verdicker
Schmierfettart | Wesentliche Leistungseigenschaften |
|---|---|
Allgemeines lithiumverseiftes Schmierfett | Vielseitig einsetzbar: hohe mechanische Stabilität, gute Wasser- und Oxidationsbeständigkeit, wirksamer Rostschutz |
Calciumverseift | Zuverlässiger Schutz vor Wasser und Oxidation; gute Beständigkeit gegen Auswaschung durch Wasser |
Komplexes Calciumverseiftes Fett | Spezialist für hohe Temperaturen und feuchte Umgebungen; ideal für anspruchsvolle Einsatzbedingungen |
Calcium-Natriumverseift | Ausgewogene Stabilität: gute mechanische und kolloidale Stabilität |
Natriumverseift | Hitzebeständig, jedoch wasserempfindlich; bei Wärme leistungsfähig, aber ohne ausreichende Wasserbeständigkeit |
Synthetisch natriumverseift | Wasserempfindlich, hitzebeständig; trotz hoher Temperaturbeständigkeit nicht für Wasserkontakt geeignet |
Temperatur
Das Fett muss seine Schmiereigenschaften über den gesamten Temperaturbereich, dem das Lager ausgesetzt ist, zuverlässig beibehalten.
Hochtemperaturanwendungen: synthetische Fette übertreffen mineralölbasierte Fette häufig. Synthetische Schmierstoffe bieten eine höhere thermische Stabilität, bessere Oxidationsbeständigkeit und einen größeren Einsatztemperaturbereich.
Tieftemperaturanwendungen: muss das Fett pumpfähig und fließfähig bleiben. Rezepturen mit niedrigerer Viskosität oder synthetischen Grundölen gewährleisten eine zuverlässige Schmierung sowohl beim Anlauf als auch im Dauerbetrieb.
Tabelle 2: Fetteigenschaften nach NLGI-Klasse und Grundöl
Merkmal | NLGI 2 (Allgemein) | NLGI 3 (Fester) | Synthetisch (hohe Temperaturen) | Mineralöl (Standard) |
|---|---|---|---|---|
Eignung für Stehlagergehäuse | Sehr gut für den allgemeinen Einsatz geeignet | Geeignet für senkrechte Wellen und Schwingungsbelastung | Hervorragend für hohe Temperaturen geeignet | Geeignet für Standardtemperaturen |
Hochtemperaturumgebung | Gut, jedoch durch das Grundöl begrenzt | Gut, jedoch durch das Grundöl begrenzt | Überlegene thermische Stabilität | Eingeschränkt, oxidationsanfällig |
Pumpfähigkeit | Gut | Mittel | Über einen breiten Temperaturbereich gut geeignet | Variiert je nach Viskosität des Grundöls |
Kosten | Mittel | Mittel | Höher | Niedriger |
Zur Veranschaulichung der Temperaturbeständigkeit verschiedener Fetttypen auf Basis des Grundöls:

Schmierfett für Stehlager- und Rollenlager
Stehlager verwenden in der Regel Kugel- oder Rolleneinsätze, sodass sich die Anforderungen an das Schmierfett weitgehend decken. Dennoch sind einige Unterschiede zu beachten:
Anwendung | Schmierfett-Anforderung |
|---|---|
Stehlager (Kugeleinsatz) | NLGI 2 Lithium-Komplexfett mit EP-Additiven; Standardviskosität; Schwerpunkt auf Abdichtung und Schmutzresistenz |
Stehlager (Rolleinsatz) | Ein etwas höher viskoses Grundöl wird empfohlen, um bei höheren Radiallasten den Schmierfilm aufrechtzuerhalten; EP-Additive sind unverzichtbar |
Offene Rollenlager (ohne Gehäuse) | Es gelten dieselben Grundsätze hinsichtlich EP-Eigenschaften und Viskosität, jedoch ohne Dichtsystem des Gehäuses – die Beherrschung von Verschmutzungen hängt hier vollständig von der Schmierfettwahl und der Nachschmierfrequenz ab |
Bestes Schmierfett für Hochgeschwindigkeitslager
Hochgeschwindigkeitsanwendungen stellen besondere Anforderungen an das Lagerfett. Walkverluste, Wärmeeintrag und Ölabscheidung werden zu kritischen Ausfallmechanismen, denen ein standardmäßiges NLGI-2-Mineralfett unter Umständen nicht ausreichend begegnet.
Wichtige Regel:Mit steigender Drehzahl sollte auf ein Grundöl mit geringerer Viskosität umgestellt werden; zudem sind Polyharnstoff- oder synthetische Verdicker (PAO/Ester) für eine bessere thermische Stabilität und geringere Walkverluste zu prüfen.
Drehzahlbereich | Empfohlene Schmierfettart | Beispielprodukte |
|---|---|---|
Standard (<3.000 U/min) | NLGI 2, mineralisch, Lithium-Komplex | SKF LGMT 2, Shell Gadus S2 V220 |
Mittlerer bis hoher Drehzahlbereich (3.000–10.000 rpm) | NLGI-Klasse 1–2, Polyharnstoff oder synthetisches Grundöl | Chevron SRI Grease 2, Klüber BEM 41-141 |
Hohe Drehzahl (>10.000 rpm) | NLGI-Klasse 1, synthetisches PAO- oder Estergrundöl, Polyharnstoffverdicker | NSK Clean Grease LGU, Klüber BEM 41-141 |
Für HVAC-Lüfter und -Gebläse mit Stehlagern gelten polyharnstoffverdickte Schmierfette als Industriestandard: Sie eignen sich für den Dauerbetrieb bei erhöhten Drehzahlen und bieten zugleich eine hohe Oxidationsbeständigkeit über lange Nachschmierintervalle.
Drehzahl und Belastung beeinflussen die Fettwahl unmittelbar: Höhere Lasten erfordern selbst bei erhöhten Drehzahlen eine höhere Viskosität. Für Berechnungen zur Tragzahl siehe unser Analyse von Tragfähigkeit und Leistungsfähigkeit.
Empfohlene Schmierfette im Überblick
Die nachstehende Tabelle ordnet die Schmierfett-Empfehlungen nach Hersteller und stellt die wichtigsten Eigenschaften für Ihre Auswahl zusammen.
Tabelle 3: Empfohlene Schmierfette nach Hersteller für Stehlager
Hersteller | Fettbezeichnung | NLGI | Temperaturbereich (°C) | Grundöl | Verdicker | Farbe | Wesentliche Merkmale |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
SKF | LGWA 2 | 2 | −30 bis +140 (Spitzenwert +220) | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Bernsteinfarben | Hervorragende EP-Eigenschaften |
SKF | LGFG 2 | 2 | −30 bis +140 | Weißes Mineralöl | Aluminium-Komplex | Braun | Lebensmittelgeeignet; wasserbeständig |
SKF | VT307 | 000–00 | −25 bis +80 | Mineralölbasis | Lithium | Braun | Halbflüssig |
SKF | LGMT 2 | 2 | −30 bis +120 | Mineralölbasis | Lithium | Bernsteinfarben | Oxidationsstabilität |
SKF | LGMT 3 | 3 | −30 bis +120 | Mineralölbasis | Lithium | Bernsteinfarben | Festere Konsistenz |
Timken | Industriefett | 2 | −29 bis +177 | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Rot | Hervorragende EP-Eigenschaften |
Timken | Automobilfett | 2 | −40 bis +177 | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Rot | Überlegener Schutz für Radlager |
Timken | Schienenfett | 2 | −40 bis +121 | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Dunkelbraun | Speziell für den Eisenbahneinsatz |
Chevron | SRI-Fett 2 | 2 | −29 bis +177 | Mineralölbasis | Polyharnstoff | Grün | Hohe Temperaturstabilität |
FAG | Arcanol | 2 | −30 bis +140 | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Gelb / Braun | Optimiert für Schaeffler-Lager |
Fuchs | Renolit CX-EP | 2 | −30 bis +140 | Mineralölbasis | Calciumsulfonat | Blau | Wasserbeständigkeit |
Klüber | BEM 41-141 | 1/2 | −30 bis +150 (kurzzeitig +180) | Synthetisch (Ester) | Polyharnstoff | Beige | Hochgeschwindigkeitslager |
Mobil | Mobilgrease XHP 222 | 2 | −20 bis +140 | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Blau | Hervorragende Beständigkeit gegen Auswaschung durch Wasser |
Molykote | Longterm 2 Plus | 2 | −25 bis +110 | Mineralölbasis | Lithiumseife | Schwarz | Für hohe Belastungen, mit Festschmierstoffen, verschleißmindernd |
Molykote | Multilub | 2 | −25 bis +120 | Mineralölbasis | Lithiumseife | Gelblich-beige | EP-Additive, Korrosionsschutz, mittlere bis schwere Belastungen |
NSK | Clean Grease LGU | 2 | −30 bis +130 | Synthetisch (PAO) | Polyharnstoff | Weiß | Geringe Staubentwicklung; für Reinraumanwendungen |
NSK | Clean Grease LG2 | 2 | −20 bis +110 | Mineralölbasis | Lithium | Cremefarben / Gelb | Geringe Partikelemissionen, niedriges Drehmoment, lange Lebensdauer |
Shell | Gadus S2 V220 AD2 | 2 | −25 bis +130 (Spitzenwerte +180) | Mineralölbasis | Lithium-Komplex | Rot | Hochleistungs-EP; für schwere Belastungen; wasserbeständig |
Für einen umfassenderen Vergleich von SKF, Timken, NSK und weiteren Herstellern über verschiedene Wälzlagerbaureihen hinweg, siehe unsere Die führenden Hersteller von Stehlagern im Jahr 2026.
Wie Stehlager fachgerecht abgeschmiert werden
Die fachgerechte Schmierung von Stehlagern ist ebenso wichtig wie die Auswahl des richtigen Schmierstoffs. Nur die korrekte Vorgehensweise stellt sicher, dass das Fett das Lager wirksam schützt, seine Lebensdauer verlängert und vorzeitigem Ausfall vorbeugt. Wenn Sie das Lager noch nicht montiert haben, lesen Sie zunächst unsere Schritt-für-Schritt- Montageanleitung für Stehlager zunächst.
Manuelle Schmierverfahren (mit Fettpresse)
Bei dieser Methode wird eine Fettpresse verwendet; sie ist branchenübergreifend die gebräuchlichste Art, Stehlager zu schmieren.

Vorbereitung und Sicherheit
Herstellerhinweise beachten zu Fettart, Fettmenge und Schmierintervall.
Sauberkeit ist entscheidend: Achten Sie darauf, dass Fettpresse, Schmiernippel und der umliegende Bereich sauber sind. Schon kleinste abrasive Partikel verursachen erhebliche Schäden.
Tragen Sie geeignete Schutzhandschuhe und einen Augenschutz (PSA).
Die richtige Fettmenge bestimmen
Zu viel Fett ist ein häufiger Fehler und kann ebenso schädlich sein wie zu wenig Schmierung. Ein Fettüberschuss führt zu:
Erhöhter Betriebstemperatur: Eine Überfüllung verursacht Walkarbeit und damit eine übermäßige Wärmeerzeugung, die das Fett und die Lagerbauteile schädigt.
Dichtungsschäden: Ein zu hoher Druck durch Überfettung kann Dichtungen herausdrücken, sodass Verunreinigungen eindringen können.
Allgemeine Richtlinien:
Neue Lager: Füllen Sie den Lagerinnenraum und das Gehäuse zu einem Drittel bis zur Hälfte. Vermeiden Sie eine vollständige Befüllung des Gehäuses – für den Austritt von überschüssigem Fett und die Wärmeabfuhr muss Freiraum vorhanden sein.
Nachschmierung: Fügen Sie eine kleine, genau abgemessene Menge hinzu. Eine gängige Faustregel lautet: etwa 0,005 × D × B Grammzugeben, wobei D der Außendurchmesser des Lagers (mm) und B die Lagerbreite (mm) ist.
Sichtkontrolle: Achten Sie beim Abschmieren auf Veränderungen im Lagergeräusch und auf Temperaturschwankungen.
Schmierintervall
Die Schmierhäufigkeit hängt von mehreren Faktoren ab:
Betriebsbedingungen: Höhere Drehzahlen, größere Lasten und Temperaturen über 55°C (130°F) erfordern eine häufigere Nachschmierung.
Umgebungsbedingungen: Feuchte, staubige oder korrosive Umgebungen erfordern eine deutlich häufigere Nachschmierung.
Fetttyp: Einige Langzeit- oder Synthetikfette ermöglichen längere Nachschmierintervalle.
Lagertyp und Lagergröße: Größere Lager und Lager unter erschwerten Betriebsbedingungen erfordern in der Regel häufigere Wartung.
Methoden zur Festlegung der Nachschmierintervalle:
Zeitbasiert: Die einfachste Methode, basierend auf Betriebsstunden oder Kalenderzeit.
Zustandsbasiert: Schwingungsanalyse und Ultraschallprüfung helfen dabei, den Zeitpunkt der erforderlichen Nachschmierung zu bestimmen. Bei der Ultraschallüberwachung weist ein Abfall des Dezibelpegels häufig auf diesen Bedarf hin.
Berechnete Intervalle: Viele Lagerhersteller stellen Formeln oder Diagramme bereit, die auf Lagertyp, Größe, Drehzahl und Temperatur basieren.
Tabelle 4: Empfohlene Nachschmierintervalle nach Betriebszustand
Umgebung | Betriebstemperatur | Intervall | Hinweise |
|---|---|---|---|
Relativ sauber und trocken | 0 °C bis 49 °C | 6–12 Monate | Mehrzweckfett |
49°C bis 71°C | 1–2 Monate | Mehrzweckfett mit guter Oxidationsstabilität | |
71°C bis 93°C | 1–4 Wochen | Hervorragende thermische Stabilität und Oxidationsbeständigkeit erforderlich | |
Mäßig bis extrem verschmutzt | 0°C bis 93°C | 1–4 Wochen | Hochreines Fett mit guter Verdrängungswirkung gegenüber Verunreinigungen |
Hohe Feuchtigkeit und direkter Wasserkontakt | 0°C bis 93°C | 1 Woche | Überlegene Wasserbeständigkeit und Korrosionsschutz erforderlich |
Sehr niedrige Temperatur | Unter 0°C bis −40°C | Hersteller konsultieren | Spezialfett für kalte Umgebungen (niedrigtemperaturtaugliche Fließfähigkeit) |
Extreme Temperaturen | Über 93°C oder unter −40°C | Hersteller konsultieren | Hochspezialisiertes Fett oder alternative Schmierung (z. B. Öl). Möglicherweise ist ein anderer Lagertyp erforderlich. |
Eine fachgerechte Nachschmierung setzt auch die richtigen Dichtungen voraus. Verliert Ihr Lager das Fett schneller als erwartet, können verschlissene Dichtungen die Ursache sein – siehe unsere Leitfaden zu Dichtungen für Stehlagergehäuse zur Auswahl des Dichtungstyps.
Nachschmierverfahren
Anlage abstellen (wenn möglich) – schmieren Sie die Lager im stillgesetzten und gegen Wiedereinschalten gesicherten Zustand. Ist die Schmierung im laufenden Betrieb erforderlich, ist äußerste Vorsicht geboten.
Schmiernippel reinigen – den Schmiernippel mit einem sauberen Tuch abwischen, um Schmutz und altes Fett zu entfernen.
Fettpresse ansetzen und sicher mit dem Nippel verbinden.
Fett langsam einpressen damit es sich gleichmäßig verteilt und kein übermäßiger Druck aufgebaut wird. Bei größeren Lagern mit Entlastungs- bzw. Spülbohrungen weiterpressen, bis an den Dichtungen oder an der Spülbohrung frisches Fett austritt.
Fettpresse abnehmen.
Säubern – ausgetretenes oder überschüssiges Fett entfernen, damit sich kein Staub und Schmutz ansammeln.
Überwachung und Kontrollen nach der Nachschmierung
Temperatur: mit einem Infrarotthermometer prüfen. Ein leichter Temperaturanstieg unmittelbar nach der Schmierung ist normal, da sich das Fett verteilt; anschließend sollte die Betriebstemperatur wieder auf den Normalwert zurückgehen.
Geräusche und Vibrationen: Ungewöhnliche Geräusche oder erhöhte Vibrationen können auf Überfettung oder andere Probleme hinweisen.
Sichtprüfung: Dichtungen regelmäßig auf Beschädigungen oder Anzeichen übermäßigen Fettsaustritts prüfen.
Automatische Schmierung (zentralisierte Fettschmieranlagen)
Bei umfangreichen Lageranordnungen, komplexen Maschinen oder gefährdeten Umgebungen bieten zentralisierte Fettschmieranlagen eine effiziente, präzise und automatisierte Schmierlösung. Diese Systeme fördern über eine Pumpe exakt dosiertes Fett gleichzeitig an mehrere Schmierstellen.
Wesentliche Vorteile:
Optimale und gleichmäßige Schmierung: präzise Fettzufuhr in exakt definierten Intervallen, wodurch Unter- und Überfettung vermieden werden.
Erhöhte Sicherheit und Effizienz: reduziert manuelle Eingriffe in Gefahrenbereichen, verlängert die Lagerlebensdauer und minimiert Stillstandszeiten.

Häufig gestellte Fragen
Fazit
Eine wirksame Schmierung ist entscheidend, um Leistung und Lebensdauer von Stehlagergehäuselagern zu maximieren. Für die meisten allgemeinen Anwendungen ist ein Fett der NLGI-Klasse 2 mit EP-Additiven der beste Ausgangspunkt — es bietet unter einem breiten Spektrum von Einsatzbedingungen einen wirksamen Schutz vor Verschleiß.
Berücksichtigen Sie stets die spezifischen Betriebsbedingungen wie extreme Temperaturen, hohe Drehzahlen oder Anforderungen für den Lebensmittelbereich, um die optimale Auswahl zu treffen. Eine sachgerechte Schmierung reduziert Stillstandszeiten deutlich und verlängert die Lebensdauer der Maschinen. Einen vollständigen Überblick über Lagerbauarten, Werkstoffe und Dichtungsoptionen finden Sie in unserem Umfassender Leitfaden zu Stehlagern.






