Ein Stehlager ist eine vormontierte Einheit, bei der ein Lagereinsatz in ein Gehäuse eingebaut ist und die sich unmittelbar an einen Maschinenrahmen anschrauben lässt.

Im Gegensatz zu losen Lagern übernimmt das Gehäuse die Ausrichtung, Abdichtung und Wellenabstützung in einer einzigen Baugruppe – deshalb finden sie sich in Anwendungen vom Mähdrescher bis zur Abfüllanlage.

Dieser Leitfaden behandelt:die Funktionsweise von Stehlagern, ihre Komponenten, mehr als 7 Bauarten nach Gehäuseform und Befestigungsart, Werkstoffe, typische Anwendungen, Abdichtungsoptionen, Schmieranforderungen sowie eine praxisorientierte Auswahl-Checkliste.

Stehlager verstehen

Ein Stehlager ist ein vormontiertes Gehäuse mit einer bearbeiteten Montagefläche, die in der mechanischen Antriebstechnik häufig zur Abstützung von Wellen und Kupplungen eingesetzt wird.

Die Welle verläuft parallel zur Montagefläche; die Befestigungsschrauben stehen in der Regel senkrecht dazu.

Im kissenförmigen Gehäuse sitzt ein Lagereinsatz, der folgende Ausführungen aufnehmen kann:

Wälzlager:

Oder Gleitlager (Buchsenlagerbzw. Buchsen, abhängig von den Anforderungen an Last und Drehzahl.

Komponenten eines Stehlagers

Komponente

Funktion

Lagereinsatz

Das Wälzelement, das die Welle direkt abstützt und die Last aufnimmt

Gehäuse / Lagerbock

Gehäuse aus Guss oder Blech, das den Lagereinsatz aufnimmt und am Maschinenrahmen befestigt wird

Dichtungen & Schutzscheiben

Hält Verunreinigungen fern und das Schmiermittel im Lager; über 50 % der Lagerausfälle sind auf Kontamination zurückzuführen

Befestigungsmechanismus

Madenschraube, Exzenterspannring oder Spannhülse – sichert den Lagereinsatz auf der rotierenden Welle

Schmiernippel (optional)

Schmiernippel zur Nachschmierung im eingebauten Zustand ohne Demontage

Praxis-Tipp:Eine sichere Befestigung beginnt mit einer präzisen Wellentoleranz. Beachten Sie unserH7-Präzisions-Installationsprotokollfür exakte Spezifikationen.

Komponenten eines Stehlagers

Abb. 1 — Komponenten eines Stehlagers

Konstruktive Merkmale: Selbstausrichtung

Der sphärische Außenring des Lagereinsatzes greift in eine entsprechend sphärische Bohrung im Gehäuse ein.

Diese Geometrie ermöglicht dem Lager eine Wellen-zu-Auflageflächen-Fehlausrichtung von ±2° bis ±5° auszugleichen ohne Kantenpressung zu erzeugen – ein wesentlicher Grund dafür, dass Stehlager in der Praxis länger halten als einfache, auf der Welle montierte Lager, da vollkommen ebene Montageflächen selten sind.

Selbstausrichtung von Stehlagereinheiten

Abb. 2 — Selbstausrichtung von Stehlagereinheiten

Stehlagereinheiten vs. Stehlagergehäuse

Die beiden Begriffe werden zwar häufig synonym verwendet, bezeichnen jedoch unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Beschaffungsmodellen.

Merkmal

Stehlagereinheiten

Stehlagergehäuse

Ausführung

Vormontierte Einheit — Lager enthalten

Nur Gehäuse; Lager wird separat ausgewählt und eingebaut

Tragfähigkeit

Für leichte bis mittelschwere Belastungen

Für höhere Belastungen; schwere Industrieanwendungen

Einsatzumgebung

Vielseitig einsetzbar — von der allgemeinen Industrie bis zur Landwirtschaft

Häufig für korrosive oder raue Umgebungen spezifiziert

Beide Varianten nehmen ein Lager auf, sodass sich der Innenring dreht, während das Gehäuse auf einem festen Fundament verschraubt wird. Entscheidend ist, ob Sie eine einbaufertige Einheit oder ein anpassbares Gehäuse benötigen.

Bauarten von Stehlagereinheiten

Stehlagereinheiten werden in zwei Kategorien eingeteilt: nach Gehäuseform sowie nach der Befestigungsart. Beide Merkmale zu verstehen ist für die richtige Auswahl entscheidend.

1. Nach Gehäuseform

Standard-Stehlagergehäuse-Einheiten

Die am weitesten verbreitete Ausführung. Das Gehäuse wird über zwei Befestigungsbohrungen senkrecht auf einer ebenen Fläche montiert und trägt Wellen, die parallel zur Auflagefläche verlaufen. Modellpräfixe: UCP, UKP, NKP+H, NAP.

Typische Anwendungen: Förderanlagen, Landmaschinen, Fahrzeugtechnik, allgemeine Industrieausrüstung und Baumaschinen.

Standard-Stehlagereinheit

Abb. 3 — Standard-Stehlagereinheit (UCP-Serie)

Kurzbauende Stehlagereinheiten mit Gewindebohrungen im Fuß

Geringere Baubreite als die Standardausführung, mit in den Fuß integrierten Gewindebohrungen. Speziell ausgelegt für platzkritische Einbausituationen , in denen ein Standardgehäuse nicht eingesetzt werden kann. Modellpräfixe: UCPA (PA200-, PA200A- und PG200-Serie).

Stehlagereinheit mit Gewindebohrungen im Fuß

Abb. 4 — Stehlagereinheit mit Gewindebohrungen im Fuß

Stahlgehäuselager mit hohem Lagerzentrum

Ein erhöhtes Gehäuse positioniert die Wellenmitte deutlich über der Montagefläche – vorteilhaft, wenn umliegende Komponenten Freigang für die Welle erfordern. Modellpräfix: UCPH.

Stahlgehäuselager mit hohem Lagerzentrum

Abb. 5 — Stahlgehäuselager mit hohem Lagerzentrum

Stahlblech-Gehäuselager

Das Gehäuse wird aus hochwertigem Kohlenstoff-Baustahlblech gestanzt. Es ist für Anwendungen ausgelegt, bei denen die Montagefläche verläuft parallel zur Welle, typischerweise bei mittleren bis niedrigen Drehzahlen und leichten Belastungen. Sie sind leichter und kostengünstiger als Gehäuse aus Gusseisen.

2. Nach Befestigungsart

Der Sperrmechanismus bestimmt, wie sicher und gleichmäßig die Lagereinheit auf der Welle sitzt – ein entscheidender Faktor bei Anwendungen mit Lastwechseln oder Vibrationen.

Befestigungsart

Funktionsweise

Geeignet für

Gewindestift

Die Schrauben werden direkt gegen den Wellendurchmesser angezogen

Leichte bis mittlere Belastungen, Drehrichtung in eine Richtung

Exzenterspannring

Der Bund rotiert exzentrisch und klemmt sich auf der Welle fest.

Geeignet für mittlere Belastungen und eine einfache Einstellung vor Ort.

Konzentrischer Bund

Der Bund klemmt sich symmetrisch auf der Welle fest.

Ausgewogenerer Halt; geeignet für wechselnde oder oszillierende Belastungen.

Spannhülse

Die konische Hülse zieht den Innenring fest auf eine glatte oder abgestufte Welle.

Geeignet bei häufigem Montieren und Demontieren sowie bei Wellen mit Sonderabmessungen.

Festlegung mit Gewindestiften

Set screw locking pillow block bearing

Festlegung mit Exzenterbund

Eccentric collar pillow block bearing

Festlegung mit konzentrischem Bund

Concentric collar pillow block bearing

Festlegung mit Spannhülse

Adapter sleeve pillow block bearing

3. Geteilte Stehlagergehäuse

Im Gegensatz zu einteiligen Gehäusen bestehen geteilte Stehlagergehäuse aus einem Unterteil und einem abnehmbaren Oberteil. Dadurch kann das Instandhaltungspersonal den Lagereinsatz wechseln, ohne die Welle auszubauen — ein entscheidender Vorteil bei großen Förderanlagen, in denen Stillstandskosten über $10,000/hour liegen können.

Typische Einsatzbereiche: schwere Förderanlagen, Papierfabriken, Energieerzeugung und Bergbaumaschinen.

Geteiltes Stehlagergehäuse

Abb. 6 — Geteiltes Stehlagergehäuse

Übliche Werkstoffe für Stehlagergehäuse

Die Werkstoffwahl beeinflusst Ermüdungslebensdauer, Korrosionsbeständigkeit, zulässigen Betriebstemperaturbereich und Gesamtkosten. Nachfolgend ein Vergleich der wichtigsten Optionen.

Werkstoffe für Lagereinsätze

Werkstoff

Wesentliche Eigenschaften

Typische Anwendung

AISI 52100 Stahl

Hohe Härte, ausgezeichnete Ermüdungsbeständigkeit

Allgemeiner Industriebereich — die gebräuchlichste Wahl

Edelstahl (440C / 304 / 316)

Korrosionsbeständig, mittlere Tragfähigkeit

Lebensmittelverarbeitung, maritime Anwendungen, Chemieanlagen

Keramik (Si₃N₄ / ZrO₂)

Extreme Härte, geringe Dichte, nicht magnetisch

Anwendungen mit hohen Drehzahlen, hohen Temperaturen oder elektrischer Isolation

Gehäusewerkstoffe

Werkstoff

Spezifikation / Festigkeit

Geeignet für

Gusseisen (HT200)

Zugfestigkeit: 200 MPa

Allgemeiner Einsatz; hervorragende Schwingungsdämpfung, kosteneffizient

Gussstahl

Höhere Duktilität als Gusseisen

Hohe Lasten, schlagbeanspruchte Umgebungen

Edelstahl (304 / 316)

Zugfestigkeit: ≥515 MPa

Nassreinigungsbereiche, chemische Belastung

Zink-/Aluminiumlegierung

Leicht und korrosionsbeständig

Anwendungen mit geringer Belastung und hohem Gewichtssensitivitätsbedarf

Thermoplast (PBT / PE)

Nichtmetallisch, chemikalienbeständig

Lebensmittelverarbeitung, Pharmaindustrie, Medizintechnik

Vorteile von Stehlagern

Einfache Montage

Vormontiert und einbaufertig — in den meisten Fällen ist keine Lagerpresse oder Spezialwerkzeug erforderlich.

Selbstausrichtung

Gleicht eine Wellenfehlstellung von ±2°–5° aus und schützt so vor Randbelastungen, die die Lagerlebensdauer verkürzen.

Aufnahme kombinierter Belastungen

Nimmt radiale und axiale Lasten in einer Einheit auf — in vielen Anwendungen ist kein separates Axiallager erforderlich.

Leiserer Lauf

Die Dämpfung des Gehäuses in Verbindung mit Präzisionseinsätzen reduziert die Geräuschentwicklung gegenüber offenen Lagerlösungen.

Integrierte Abdichtung

Werkseitige Dichtungen schützen vor Verunreinigungen, die für über 50 % der vorzeitigen Lagerausfälle verantwortlich sind.

Wirtschaftlich

Standardisierte Abmessungen ermöglichen schnellen Austausch, geringere Ersatzteilbestände und kalkulierbare Instandhaltungskosten.

Robustheit und längere Lebensdauer

Das geschlossene Gehäuse schützt den Lagereinsatz vor mechanischen Beschädigungen und Umwelteinflüssen und verlängert die Lebensdauer unter anspruchsvollen Bedingungen.

Seltenerer Wartungsaufwand

Werkseitig abgedichtete, wartungsfreie Ausführungen verkürzen die Nachschmierintervalle — oder machen sie ganz überflüssig — und reduzieren geplante Stillstandszeiten.

Anwendungen von Stehlagern nach Branche

Stehlager kommen in nahezu allen Branchen mit rotierenden Maschinen zum Einsatz. Nachfolgend sind die Industriezweige aufgeführt, in denen sie besonders häufig spezifiziert werden — und die Gründe dafür.

Branche

Typische Ausrüstung

Wesentliche Lageranforderung

Landwirtschaft

Mähdrescher, Ballenpressen, Sämaschinen, Förderanlagen für Getreideheber, Düngerstreuer

Beständigkeit gegen Staub und Feuchtigkeit; unter Feldeinsatz alle 200 Std. nachschmierbar

Lebensmittelverarbeitung

Förderanlagen, Mischer, Öfen, Abfüllanlagen, Reinigungsanlagen

FDAWerkstoffe gemäß -Norm; Gehäuse aus Edelstahl oder Thermoplast; Abdichtung nach IP69K

Bergbau und Steinbruchindustrie

Bandförderer, Brecher, Siebanlagen

Hohe Radiallasten; Taconite-Dichtungen zum Ausschluss abrasiver Partikel

HLK-Anlagen und Ventilatoren

Ventilatorwellen, Luftaufbereitungsgeräte, Gebläse

Hohe Drehzahlen; geringer Geräuschpegel; wartungsfreie, vorgeschmierte, abgedichtete Einheiten

Bauindustrie

Betonmischer, Krane, Verdichter

Hohe Stoßbelastbarkeit; hochbelastbares Gehäuse aus Gussstahl

Energieerzeugung

Turbinennebenaggregate, Generatorantriebe, Pumpenwellen

Geteilte Gehäuse für die Wartung im eingebauten Zustand; hohe Zuverlässigkeit

Papier- und Zellstoffindustrie

Trockenwalzen, Wickler, Förderanlagen

Hohe Temperaturbeständigkeit; Korrosionsbeständigkeit; Labyrinthabdichtung

Landmaschinen — Im Detail

Pendelgehäuseeinheiten in der Landwirtschaft sind Bedingungen ausgesetzt, die Standardlager schnell zerstören: abrasive Bodenpartikel, Feuchtigkeit durch Regen und Tau sowie Stoßbelastungen auf unebenem Gelände.

In einer typischen Erntesaison kann ein Lager innerhalb von 3 Monaten 500–800 Betriebsstunden erreichen.

Pillow block bearings in agricultural machinery

Lebensmittelverarbeitung — Im Detail

Lebensmitteltaugliche Pendelgehäuseeinheiten müssen tägliche Hochdruckreinigungen (oft bei 80°C) überstehen, gegen Reinigungschemikalien beständig sein und die Produktionslinien zuverlässig vor Kontamination schützen.

Die Gehäuse bestehen aus Edelstahl AISI 304/316 oder FDA-zugelassenem Thermoplast; die Dichtungen sind so ausgelegt, dass Schmierfett nicht in den Lebensmittelbereich gelangt.

Pillow block bearings in food processing

Abdichtung von Pendelgehäuselagern

Über 50 % der Lagerausfälle gehen auf Verunreinigungen zurück. Die passende Dichtung verlängert die Lebensdauer um 1,5-fach bis 3-fach.

In Stehlageranwendungen werden üblicherweise sechs Dichtungstypen eingesetzt:

Einen ausführlichen Vergleich mit Auswahlhinweisen finden Sie in unserem Leitfaden zu Dichtungen für Stehlager: Lippendichtung vs. Labyrinthdichtung.

Lippendichtungen

Berührungsdichtungen mit flexibler Lippe, die an der rotierenden Welle anliegt. Gute Barriere gegen Verunreinigungen, jedoch mit gewisser Reibung und Wärmeentwicklung. Geeignet für standardisierte industrielle Umgebungen mit mäßiger Verschmutzung.

Lip seal pillow block bearing

V-Ring-Dichtungen

Selbstzentrierende Gummidichtungen, die Wellenbewegungen ausgleichen. Einfach ohne Spezialwerkzeug zu montieren – ideal für vibrierende Anlagen und Landmaschinen.

V-ring seal pillow block bearing

Filzdichtungen

Berührungslose Dichtungen aus gepresstem Filz. Bieten nur einen grundlegenden Schutz gegen Staub und werden bei niedrigen Drehzahlen oder in älteren Anwendungen mit geringer Verschmutzung eingesetzt.

Felt seal pillow block bearing

Fettgespülte Dichtungen

Ein kontinuierlicher Fettstrom verdrängt Verunreinigungen aktiv aus dem Dichtbereich. Ideal für raue Außenanwendungen sowie für Einsatzfälle mit regelmäßigem Wasser- oder Flüssigkeitskontakt.

Labyrinthdichtungen

Berührungslose Metalldichtungen mit ineinandergreifenden Kanälen zur Umlenkung von Partikeln – reibungsfrei und für schnell rotierende Anlagen geeignet.

Labyrinth seal pillow block bearing

Taconite-Hochleistungsdichtungen

Extrem robuste Mehrfachdichtungen für starke abrasive Beanspruchung im Bergbau und in der Schwerindustrie.

Taconite heavy duty seal pillow block bearing

Müssen Stehlager geschmiert werden?

Das hängt vom Lagertyp und den Einsatzbedingungen ab.

Die meisten standardmäßigen Innenanwendungen werden mit abgedichteten, wartungsfreien Einheiten ab Werk zuverlässig abgedeckt.

In anspruchsvolleren Einsatzbereichen sind nachschmierbare Einheiten erforderlich.

Wartungsfrei (abgedichtet)

Ab Werk mit Fett befüllt und auf Lebensdauer abgedichtet. Geeignet für die meistenInnenanwendungen und Standardbelastungen. Keine Nachschmierung erforderlich.

Einsatzbereich:Standardmäßig −20°C bis +120°C; mit Hochtemperaturfett bis +180°C.

Nachschmierbar

Mit Schmiernippel zur periodischen Nachschmierung vor Ort ausgestattet. Erforderlich, wenn abgedichtete Einheiten die Umgebungsanforderungen nicht erfüllen.

Intervall:1.500–2.500 Std. (saubere Umgebung);200 Std.in staubigen landwirtschaftlichen Einsatzbereichen.

Nachschmierbare Einheiten sind einzusetzen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Die Betriebstemperatur überschreitet 100°C (212°F)

  • Starke Umgebungsverunreinigungen (Staub, Abrieb, Feuchtigkeit)

  • Regelmäßiger Kontakt mit Flüssigkeiten oder Reinigungswasser

  • Hohe Luftfeuchtigkeit bei intermittierendem Betrieb (Kondensationsrisiko)

  • Hohe Belastungen mit Cr/Pr < 10 oder Wellendrehzahl unter 10 rpm

  • Anforderungen an hohe Drehzahlen und niedrige Geräuschentwicklung (Ventilatoren, HVAC-Anlagen)

Hinweise zur Auswahl des geeigneten Fetts finden Sie in unserem Das beste Fett für Stehlagergehäuse.

So wählen Sie ein Stehlagergehäuse aus

Gehen Sie diese fünf Faktoren in der angegebenen Reihenfolge durch.

Eine falsche Wellenabmessung macht alle weiteren Auswahlkriterien hinfällig; ein ungeeignetes Material verkürzt die Lebensdauer auch bei korrekt ausgelegten Abmessungen.

01. Bohrungsmaß (Wellendurchmesser)

Die Lagerbohrung muss zur Welle passen. Standardsätzeinsätze werden mit einer Bohrung von ca. 0,025 mm (0.001 in) größer als der Nenndurchmesser der Welle gefertigt, um einen definierten Presssitz zu erreichen — nicht einen Spielsitz.

Vollständige Tabellen mit Bohrungsmaßen und Modellnummern finden Sie hier: Stehlagergehäuse-Größentabelle (Serie UCP200).

02. Tragfähigkeit

Prüfen Sie die Tragfähigkeit anhand der Grundnutzungsdauerformel:

L₁₀ = (Cᵣ / Pᵣ)³

L₁₀: Grundnutzungsdauer (in Millionen Umdrehungen)  |  Cᵣ: dynamische Tragzahl  |  Pᵣ: äquivalente dynamische Lagerbelastung

Wenden Sie einen Sicherheitsfaktor von 1.2 für gleichmäßige Belastungen an und 2,0–3,0 für schlagbeanspruchte Maschinen. Vollständige Lastanalyse: Analyse von Tragfähigkeit und Leistungsfähigkeit.

03. Gehäuseform und Einbaumaße

Prüfen Sie Gehäusebreite, Fußlänge, Gesamthöhe, Wellenmittenhöhe, Schraublochabstand und Schraubendurchmesser mit den Abmessungen Ihres Gestells ab. Bereits geringe Abweichungen machen eine erneute Bestellung erforderlich.

Montageabmessungen von Stehlagern

04. Belastungsstufe

Der Begriff „Duty“ beschreibt, wie gut ein Lager dauerhafte Lasten und Einsatzbedingungen über die Zeit bewältigt; maßgeblich sind dabei die vorgesehene Nutzung der Anlage und die auftretenden Lasten.

Vergleich der Belastungsstufen von Stehlagern
  • Leichte Ausführung: Geeignet für Anwendungen mit geringer Belastung, etwa in kleineren Anlagen oder bei niedrigen Drehzahlen.

  • Mittlere Ausführung: Ausgelegt für mittlere Lasten, wie sie typischerweise in allgemeinen Industriemaschinen auftreten.

  • Schwere Ausführung: Für Anwendungen mit hohen Lasten oder starken Belastungen konzipiert, beispielsweise in der Bergbau- oder Stahlwerkstechnik.

05. Umgebungsfaktoren

  • Temperatur: Standardausführungen: −20°C bis +120°C. Spezialausführungen: bis zu +250°C (482°F).

  • Feuchtigkeit / Nassreinigung: Gehäuse aus Edelstahl (AISI 304/316) + Abdichtung gemäß IP69K.

  • Chemische Belastung: Gehäuse aus Edelstahl oder Thermoplast; FDA-konformes Fett für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie.

  • Abrasiver Staub: Labyrinth- oder Taconite-Dichtungen; nachschmierbare Ausführungen.

  • Vibration / Stoßbelastung: Pendeliger Lagereinsatz zur Selbstausrichtung; hochbelastbarer Spannmechanismus.

Häufig gestellte Fragen

Wofür wird ein Stehlager eingesetzt?

Stehlager stützen rotierende Wellen in Maschinen und halten sie unter Radial- und Axiallasten sicher in Position. Sie kommen in Förderanlagen, Landmaschinen, Lüftern, Lebensmittelverarbeitungslinien, Pumpen und vielen weiteren Anwendungen zum Einsatz — immer dann, wenn eine Welle einen verschraubten Lagerpunkt benötigt.

Welche Größe eines Stehlagers benötige ich?

Ausgangspunkt ist der Wellendurchmesser — daraus ergibt sich die Bohrung. Anschließend sollten die Gehäuseabmessungen (Fußlänge, Nabenhöhe, Schraubenabstand) mit dem Maschinenrahmen abgeglichen werden. Nutzen Sie unsereGrößentabelle für Stehlagerfür vollständige Spezifikationen je Ausführung.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Stehlager und einem Lagergehäuse?

Ein Stehlager wird als komplett vormontierte Einheit geliefert — Gehäuse plus Lagereinsatz. Ein Lagergehäuse umfasst nur das Gehäuse; das Lager wird separat ausgewählt und montiert. Lagergehäuse werden typischerweise in schwereren industriellen Anwendungen eingesetzt, bei denen die Lagerausführung exakt auf den Lastfall ausgelegt wird.

Wie lange halten Stehlager?

Die Lebensdauer hängt stark von Last, Drehzahl, Verschmutzungsgrad und Schmierung ab. Ein korrekt ausgelegtes Lager in einer sauberen Anwendung mit mittlerer Belastung kann mehr als 20.000 Betriebsstunden erreichen. Unter rauen landwirtschaftlichen Bedingungen mit abrasivem Staub und unregelmäßiger Nachschmierung kann dasselbe Lager hingegen in weniger als 1.000 Stunden ausfallen. Die L₁₀-Formel liefert eine statistische Prognose; die tatsächliche Standzeit wird jedoch durch die richtige Dichtungsauswahl und die Nachschmierintervalle bestimmt.

Woran erkenne ich, dass ein Stehlager ausfällt?

Die vier wichtigsten Warnsignale sind:ungewöhnliche Geräusche(Schleifen, Kreischen oder Klickgeräusche),übermäßige Vibrationendie über das Gehäuse spürbar sind,Überhitzung(Gehäusetemperatur mehr als 30°C über Umgebungstemperatur ohne nachvollziehbare Ursache) undsichtbarer Fettaustrittoder Dichtungsschäden. Jedes dieser Anzeichen erfordert eine sofortige Prüfung.

Welche Marken stellen Stehlager her?

Zu den großen Herstellern zählen SKF, Timken, NSK, NTN, FAG (Schaeffler), Rexnord, Dodge, Sealmaster und Link-Belt. Einen detaillierten Vergleich von Spezifikationen, Preisniveaus und Anwendungsvorteilen finden Sie in unserem BeitragDie führenden Hersteller von Stehlagern 2026.

Wie montiere ich ein Stehlager fachgerecht?

Die wichtigsten Schritte: Welle reinigen und messen, um die Toleranz zu prüfen; Lager auf die Welle schieben und mit den Befestigungsbohrungen ausrichten; Spannmechanismus (Madenschraube, Spannring oder Spannhülse) mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen; anschließend das Gehäuse am Rahmen verschrauben. Verwenden Sie die Spannschraube niemals, um das Lager in Position zu ziehen — dadurch wird der Lagereinsatz beschädigt. Die vollständige Vorgehensweise:Stehlager richtig montieren.

Zusammenfassung

Stehlager sind die praxisgerechteste Lösung zur Lagerung rotierender Wellen im Feld: vormontiert, selbstausrichtend und in Werkstoffen sowie Dichtungsausführungen erhältlich, die von Lebensmittelanlagen bis zu Bergbauförderern ein breites Anwendungsspektrum abdecken. Entscheidend für eine lange Lebensdauer ist die Abstimmung von Bohrung, Tragzahl, Gehäusewerkstoff und Dichtungsart auf die tatsächlichen Betriebsbedingungen — nicht die Wahl der günstigsten Einheit, die lediglich auf die Welle passt.

LILY Bearing fertigt Stehlager nach ISO 9001 -Normen, wobei die Lochabstände im Gehäuse innerhalb von ±0.2 mm für eine präzise Passung eingehalten werden.

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