Als zentrale „Schwenklager“ in Großmaschinen wie Kränen und Baggern Drehverbindungen ermöglichen sie eine ruhige und präzise Drehbewegung in einer Vielzahl von Anwendungen.

Diese Lager, auch als Drehverbindungen beziehungsweise Drehkranzlager bezeichnet, können unterschiedliche Belastungen aufnehmen, darunter Axial-, Radial- und Kippmomentlasten.

Ein guter Zustand dieser Lager ist entscheidend für eine lange Lebensdauer und eine hohe Leistungsfähigkeit.

Ohne regelmäßige Wartung können sie zu Maschinenstillständen, kostspieligen Reparaturen oder sogar zu Sicherheitsrisiken beim Einsatz schwerer Maschinen führen.

Drehkranzlager

Wichtige Wartungsmaßnahmen für Drehkranzlager

Regelmäßige Schmierung

Damit Drehlager zuverlässig und leichtgängig laufen, benötigen sie das passende Schmierfett.

Die Auswahl richtet sich nach Einsatzart und Einsatzumgebung der Maschine.

Für den alltäglichen Einsatz eignet sich Lithium-Komplexfett, für hohe Temperaturen und schwere Belastungen Polyharnstofffett, für feuchte Umgebungen Aluminium-Komplexfett und für sehr heiße oder kalte Bedingungen synthetische Schmierfette.

EP-Schmierfette bieten zusätzlichen Schutz bei hohen Lasten, und lebensmitteltaugliche Schmierfette sind ideal für die Lebensmittelindustrie.

Für kalte Umgebungen gibt es spezielle Tieftemperatur-Schmierfette.

Die Herstellervorgaben zur Schmierung einzuhalten, ist entscheidend für eine lange Lebensdauer des Drehkranzlagers, insbesondere bei kundenspezifischen Drehverbindungen.

Drehkranzlager

Schmierplan

Als Faustregel gilt für die Schmierung ein Intervall von 100 Betriebsstunden.

Bei hohen Drehzahlen oder anspruchsvollen Einsatzbedingungen kann jedoch eine häufigere Schmierung erforderlich sein.

Für optimale Ergebnisse sind stets die Empfehlungen des Maschinenherstellers zu beachten.

Schmierverfahren

Die sachgerechte Schmierung eines Drehverbindungslagers ist entscheidend für eine lange Lebensdauer und hohe Leistungsfähigkeit.

Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur korrekten Fettbefüllung von Lagern:

1. Vorbereitung:

  • Stellen Sie sicher, dass das Lager sauber und frei von altem Fett sowie Verunreinigungen ist.

  • Entnehmen Sie der Lagerdokumentation den empfohlenen Fetttyp und die vorgesehene Fettmenge.

2. Fettauswahl:

  • Verwenden Sie das vom Lagerhersteller vorgegebene Fett.

  • Berücksichtigen Sie die Betriebsbedingungen, insbesondere Temperaturbereich und Belastung.

3. Fettauftrag:

  • Bringen Sie das Fett mit einer Fettpresse oder einem vergleichbaren Werkzeug auf.

  • Führen Sie das Fett in die Schmiernippel des Lagers ein und achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung.

4. Schmierstellen:

  • Lokalisieren Sie alle Schmiernippel bzw. Schmieranschlüsse am Lager.

  • Schmieren Sie alle Schmierstellen, um eine ungleichmäßige Fettverteilung zu vermeiden.

5. Drehung:

Drehen Sie das Lager während des Fettauftrags, damit sich das Schmierfett gleichmäßig im Lager verteilt.

6. Fettmenge:

  • Füllen Sie das Lager mit Fett, bis dieses an den Dichtungen oder anderen Austrittsstellen austritt.

  • Vermeiden Sie eine Überfettung, da dadurch übermäßiger Druck entstehen und die Dichtungen beschädigt werden können.

7. Überschüssiges Fett abwischen:

Entfernen Sie überschüssiges Fett im Bereich der Schmiernippel, damit kein Schmutz anhaftet.

8. Nach dem Schmieren drehen:

Drehen Sie das Lager nach der Schmierung mehrmals, damit sich das Fett gleichmäßig verteilt.

9. Reinigung:

Entfernen Sie ausgelaufenes Fett, um einen sauberen Arbeitsbereich zu gewährleisten.

10. Wartungsplan:

Halten Sie sich bei zukünftigen Schmierungen an den vom Hersteller empfohlenen Wartungsplan.

11. Dokumentation:

Dokumentieren Sie das Schmierdatum und die verwendete Fettsorte zur späteren Nachverfolgung.

Inspektion und Überwachung

Sichtprüfung

Regelmäßige Sichtprüfungen von Drehverbindungen sind entscheidend, um Probleme wie Risse, beschädigte Dichtungen, Rost und Verschleiß frühzeitig zu erkennen.

Unbehandelt können diese Schäden zu einem Ausfall der Anlage führen.

Prüfen Sie bei der Wartungsinspektion auf Anzeichen von Beschädigungen, kontrollieren Sie die Dichtungsintegrität, beurteilen Sie Korrosion sowie den Zustand des Schmierstoffs und überprüfen Sie die Ausrichtung der Bauteile.

Achten Sie außerdem auf zu großes Spiel oder aufquellende Bauteile. Halten Sie die Komponenten sauber, um verschleißfördernden Schmutzeintrag zu vermeiden.

Beheben Sie festgestellte Mängel umgehend, um Folgeschäden zu vermeiden.

Durch regelmäßige Lagerprüfungen lassen sich ungeplante Stillstände vermeiden, die Lebensdauer verlängern, die Sicherheit gewährleisten und die Leistungsfähigkeit erhalten.

Drehkranzlager

Überwachung von Geräuschen und Vibrationen

Ungewöhnliche Geräusche und Vibrationen können auf einen Lagerfehler hinweisen.

Dies kann auf eine Fehlausrichtung, unzureichende Schmierung oder normalen Verschleiß zurückzuführen sein.

Wenn ein quietschendes Geräusch auftritt, kann dies darauf hindeuten, dass das Lager nachgeschmiert werden muss.

Ein schleifendes Geräusch kann darauf hindeuten, dass die Bauteile aufgrund von Verschleiß aneinander reiben.

Diese Anzeichen frühzeitig zu beachten, ist entscheidend, um Schäden zu beheben, bevor sie sich verschlimmern.

Verfahren zur Zustandsüberwachung von Lagern

  • Schwingungsanalyse: Verwenden Sie Schwingungsanalysatoren, um Schwingungsmuster detailliert zu untersuchen und Rückschlüsse auf den Zustand der Lager zu ziehen.

  • Thermografie: Nutzen Sie Infrarotkameras, um Hotspots zu identifizieren, die auf reibungsbedingte oder andere Lagerprobleme hinweisen können.

  • Ultraschallprüfung: Setzen Sie Ultraschalldetektoren ein, um hochfrequente Geräusche zu erfassen, die auf Lagerdefekte hinweisen können.

  • Überwachung akustischer Emissionen: Verborgene Materialfehler können die Integrität des Lagers beeinträchtigen. Spezielle Sensoren, die Spannungswellen erfassen, helfen, solche Fehler aufzuspüren.

  • Schmierstoffanalyse: Führen Sie regelmäßig Analysen des Schmierstoffs durch, um Erkenntnisse über den Betriebszustand Ihrer Lager zu gewinnen.

  • Auswuchten von Bauteilen: Sorgen Sie mit Auswuchttechnik für einen ruhigen Lauf der Komponenten, um Schwingungen zu reduzieren und die Lebensdauer der Lager zu verlängern.

  • Datenaufzeichnung: Nutzen Sie Systeme, die Betriebsdaten über einen längeren Zeitraum dokumentieren. So lassen sich Muster leichter erkennen und mögliche Lagerprobleme frühzeitig identifizieren, bevor daraus größere Schäden entstehen.

  • Grundlegende Instandhaltung: Machen Sie diese Werkzeuge und Verfahren zu einem festen Bestandteil Ihrer Instandhaltung. So sichern Sie den zuverlässigen Betrieb Ihrer Lager und verlängern ihre Lebensdauer.

Messung des Lagerspiels

Die Überprüfung des Kippwinkels eines Lagers ist wichtig, um festzustellen, ob ein Drehverbindungslager verschleißt.

Bei verschlissenen Lagern kann der Kippwinkel zunehmen. Dies kann zu Leistungseinbußen und einem Ausfall führen.

Gehen Sie zur Messung des Lagerspiels wie folgt vor:

  • Wenden Sie ein definiertes Kippmoment auf das Lager an und erfassen Sie mit einer Messuhr, wie groß die Auslenkung ist;

  • Vergleichen Sie diesen Wert anschließend mit den Vorgaben des Lagerlieferanten oder mit dem Neuzustand.

Wenn der zulässige Kippwinkel größer wird als vorgesehen, ist dies ein Hinweis auf Verschleiß und darauf, dass das Lager möglicherweise gewartet oder ausgetauscht werden muss.

Die Messung des Lagerspiels verhindert ungeplante Anlagenstillstände und trägt zu einem sicheren Betrieb bei.

Anziehen und Prüfen der Schrauben

Bedeutung des korrekten Schraubenanzugs bei Drehverbindungen

Der fachgerechte Schraubenanzug sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung und verhindert Fehlausrichtungen.

Sind die Schrauben nicht ausreichend angezogen, kann dies zu Laufbahnverformungen, erhöhter Reibung und letztlich zu Lagerausfällen führen.

Verwenden Sie ein geeignetes Drehmomentschlüssel-Werkzeug und halten Sie die vorgeschriebene Anzugsreihenfolge ein.

So wird sichergestellt, dass die Schrauben mit dem vorgesehenen Drehmoment angezogen sind, wodurch das Lager in einwandfreiem Zustand bleibt und seine Lebensdauer verlängert wird.

Diese Maßnahme ist entscheidend für den zuverlässigen Maschinenbetrieb und die Sicherheit des Personals.

Prüfplan für Schrauben

Nach 100 Betriebsstunden sollten Sie die Schrauben der Drehverbindung prüfen und sicherstellen, dass sie gemäß den Herstellerangaben angezogen sind.

Verwenden Sie dabei das vorgeschriebene Drehmoment.

Anschließend sind die Schrauben alle 500 Betriebsstunden oder einmal jährlich zu prüfen, je nachdem, was zuerst eintritt.

Zeigen Schrauben Anzeichen von Ermüdung, etwa Gewindeverschleiß, Dehnung oder Korrosion, sind sie umgehend zu ersetzen.

Verwenden Sie stets Schrauben der richtigen Festigkeitsklasse und Länge und halten Sie die empfohlene Anzugsreihenfolge ein.

Dichtungsprüfung und -wechsel

Funktion von Dichtungen beim Schutz von Lagern

Dichtungen an Drehverbindungen bilden eine Schutzbarriere, die die inneren Lagerbauteile vor Schmutz und Fremdkörpern bewahrt.

Zudem dichten sie zum Lagergehäuse hin ab, tragen zur Schmierstoffretention bei und sichern optimale Betriebsbedingungen.

Prüfen Sie die Dichtungen regelmäßig, um ihre einwandfreie Funktion sicherzustellen.

Prüfablauf für Dichtungen

Regelmäßige Inspektion: Führen Sie routinemäßige Prüfungen auf Schnitte, Risse oder Verformungen an den Dichtungen durch.

  • Befestigung prüfen: Stellen Sie sicher, dass die Dichtungen korrekt montiert sind und keine übermäßigen Verschleißspuren aufweisen.

  • Austauschvorgabe: Ersetzen Sie Dichtungen, die beschädigt sind oder Anzeichen von Leckage aufweisen.

  • Sauberkeit: Reinigen Sie den Bereich vor dem Einbau neuer Dichtungen gründlich.

  • Fachgerechte Demontage: Entfernen Sie alte Dichtungen sorgfältig, ohne sie zu beschädigen.

  • Korrekte Montage: Setzen Sie neue Dichtungen exakt ein, um Beschädigungen an den Dichtlippen zu vermeiden.

  • Schmierung: Beachten Sie bei der Schmierung neuer Dichtungen die Empfehlungen des Herstellers.

Befolgen Sie diese Schritte, damit die Dichtung zuverlässig und wirkungsvoll arbeiten kann.

Erweiterte Instandhaltungsaspekte

Fachgerechte Handhabungsverfahren

Die sorgfältige Handhabung von Drehverbindungen ist entscheidend, um Schäden durch Herabfallen oder Stöße zu vermeiden.

Verwenden Sie vorgesehene Anschlagpunkte wie Ösenschrauben oder Hebeösen.

Vermeiden Sie beim Transport Kippen oder Anschlagen der Lager, um die Präzisionsbauteile zu schützen.

Die grundlegenden Regeln für Handhabung und Lagerung von Drehverbindungen gelten für alle Ausführungen. Bei Kreuzrollen-, einreihigen, zweireihigen und dreireihigen Rollenlagertypen sind jedoch besondere Anforderungen zu beachten, da sie konstruktiv unterschiedlich ausgeführt sind und verschiedene Tragfähigkeiten aufweisen.

Beachten Sie stets die Vorgaben des Herstellers für eine sichere Handhabung und Lagerung.

Bewährte Lagerungspraktiken

Die sorgfältige Handhabung von Drehverbindungen ist entscheidend, um Schäden durch Herabfallen oder Stöße zu vermeiden.

Verwenden Sie vorgesehene Anschlagpunkte wie Ösenschrauben oder Hebeösen.

Vermeiden Sie beim Transport Kippen oder Anschlagen der Lager, um die Präzisionsbauteile zu schützen.

Beachten Sie stets die Vorgaben des Lieferanten für eine sichere Handhabung und Lagerung.

Wenn Sie die Lochbilder sowie die spezifischen Anforderungen an Handhabung und Lagerung unterschiedlicher Drehkranzlagertypen berücksichtigen, sichern Sie deren optimale Leistungsfähigkeit.

Umgang mit Verschleiß

Vergrößertes Lagerspiel, ungewöhnliche Geräusche, verringerte Tragfähigkeit und Vibrationen sind Anzeichen für übermäßigen Verschleiß an Drehverbindungen.

Werden derartige Anzeichen festgestellt, ist ein Austausch der Lager erforderlich.

Ob die Lager instand gesetzt oder ersetzt werden sollten, hängt vom Schadensausmaß, den Reparaturkosten im Vergleich zum Neukauf und der Bedeutung der Lager für die jeweilige Anwendung ab.

In der Regel ist eine Instandsetzung vorzuziehen, wenn die Reparaturkosten deutlich unter dem Preis eines neuen Lagers liegen und sich der Lagerzustand durch die Reparatur nahezu auf den ursprünglichen Zustand zurückführen lässt.

Ist das Lager hingegen stark beschädigt oder sind die Reparaturkosten hoch, ist ein Austausch wirtschaftlicher.

Bei der Wirtschaftlichkeitsbewertung sollten Stillstandszeiten, Arbeitssicherheit und das Risiko zukünftiger Ausfälle berücksichtigt werden.

Fazit

Um Drehlager in einwandfreiem Zustand zu halten, sind Schmierung in regelmäßigen Intervallen, gründliche Inspektionen, korrekt angezogene Befestigungsbolzen sowie die Überwachung des Dichtungszustands erforderlich.

Wenn Sie diese Wartungsroutine konsequent einhalten, laufen Ihre Maschinen ruhiger und erreichen eine längere Lebensdauer.

Für einen zuverlässigen Wartungsplan und fachkundige Beratung wenden Sie sich bitte an LILY Bearing.