Die kurze Antwort: Keine einzelne Person hat die Feder.

Wenn Sie jedoch den Namen suchen, der am stärksten damit verbunden ist, Federn von einer einfachen mechanischen Lösung zu einem Präzisionsbauteil des Maschinenbaus weiterentwickelt zu haben, dann ist es Richard Tredwell – ein britischer Erfinder, der 1763 für die erste Spiralfederkonstruktion Patent Nr. 792 erhielt.

Und wenn Sie den Namen hinter der Wissenschaft suchen, die moderne Federn überhaupt erst möglich machte, dann ist es Robert Hooke, der 1676 das Elastizitätsgesetz veröffentlichte, das die Federauslegung bis heute bestimmt.

Die vollständige Geschichte ist länger und weitaus spannender, als es ein einzelner Name vermuten lässt.

Die kurze Antwort: Es hängt davon ab, was Sie unter „Feder“ verstehen

Federn sind Energiespeicher.

Sie speichern mechanische Energie bei Verformung und geben sie wieder ab, wenn sie in ihre Ausgangsform zurückkehren können.

Nach dieser Definition gibt es Federn bereits seit der Urgeschichte – ein gespannter Bogen ist eine Feder.

Auch ein gebogener Ast, der zum Auslösen einer Falle dient, ist eine Feder.

Die gewendelte Metallfeder, wie wir sie heute kennen – etwa in Fahrwerksaufhängungen, Kugelschreibern oder Garagentoren – ist jedoch eine jüngere Erfindung mit klarerem Ursprung.

Der wissenschaftliche Rahmen, mit dem Ingenieure Federn präzise auslegen können, entstand noch später.

So entwickelte sich die Geschichte in grober chronologischer Reihenfolge.

Antike Ursprünge: Federn, bevor sie überhaupt als Federn bezeichnet wurden

Bogen und Pfeil (vor 64.000 Jahren)

Die älteste bekannte nicht gewendelte Feder ist der Bogen.

Archäologische Funde belegen den Einsatz von Bögen und Pfeilen im südlichen Afrika vor mindestens 64.000 Jahren.

Wenn ein Bogenschütze die Sehne spannt, biegen sich die Wurfarme des Bogens und speichern Energie – die beim Loslassen der Sehne freigesetzt wird, um den Pfeil anzutreiben.

Hier wirkt das Hooke’sche Gesetz in der Praxis – Jahrtausende, bevor Hooke geboren wurde.

Prähistorische Bogenschützendarstellung mit Langbogen – früheste bekannte Anwendung einer Feder

Spulen der Bronzezeit (um 4000 v. Chr.)

Archäologen haben auf dem Balkan und in ganz Europa gewundene, helixförmige Drahtobjekte aus der Zeit um 4000 v. Chr. gefunden.

Dabei handelte es sich nicht um Federn im mechanischen Sinne – vermutlich dienten sie als Zierelemente oder Schmuckverschlüsse –, sie zeigen jedoch, dass Menschen schon sehr früh verstanden, Metall zu Windungen zu formen.

Auf ca. 4000 v. Chr. datierte Drahtobjekte der Bronzezeit frühe helixförmige Windungsformen

Das Alte Ägypten und Streitwagen (um 1333 v. Chr.)

Der Streitwagen aus der Zeit Tutanchamuns, datiert auf etwa 1333 v. Chr., verfügte über ein ausgefeiltes Fahrwerkssystem mit flexiblen Bauteilen zur Stoßdämpfung.

Diese nicht gewickelten, blattfederähnlichen Elemente verbesserten sowohl den Fahrkomfort als auch die strukturelle Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs.

Dies zählt zu den frühesten bekannten Beispielen dafür, dass eine Feder in ein größeres mechanisches System integriert wurde, statt das eigentliche Objekt zu sein.

altes ägyptisches Streitwagen-Holzfahrgestell flexibles frühes Federungs- und Aufhängungssystem

Römische Belagerungswaffen (ab dem 3. Jahrhundert v. Chr.)

Römische Militäringenieure nutzten Torsionsfedern – unter Spannung verdrehte Seile oder Sehnen –, um Katapulte und Ballisten anzutreiben.

Die im verdrehten Material gespeicherte Energie wurde schlagartig freigesetzt, um Geschosse abzuschießen.

Dem griechischen Ingenieur Archimedes wird zugeschrieben, diese Mechanismen während der Belagerung von Syrakus in den Jahren 214–212 v. Chr. weiterentwickelt zu haben.

antike römische Balliste mit Mechanismus aus verdrehten Seilen als Torsionsfeder

Das Mittelalter: Blattfedern und die ersten Uhren

Türschlösser und Uhrfedern (15. Jahrhundert)

Die ersten gewickelten Federn im heute erkennbaren mechanischen Sinn erschienen in Europa im frühen 15. Jahrhundert, zunächst in Türschlössern.

Flachfedern aus Metall – durch Biegen von gehärtetem Stahl gefertigt – lieferten die nötige Vorspannung, um Schlossmechanismen in Position zu halten.

Der größere Entwicklungsschritt kam mit den Uhren.

Federgetriebene Uhren kamen im 15. Jahrhundert auf und ersetzten schwere Gewichte als Antrieb durch eine aufgewickelte Flachfeder – die sogenannte Zugfeder.

Damit wurden tragbare Zeitmesser erstmals möglich.

Im 16. Jahrhundert waren diese Uhrenfedern bereits so weit verkleinert, dass sie in den ersten großen Taschenuhren eingesetzt werden konnten.

Antikes Uhrwerk mit aufgewickelter Zugfeder und Räderwerk, federgetriebener Zeitmesser aus dem 15. Jahrhundert

Leonardo da Vinci und die Pistolenfeder (1493)

1493 integrierte Leonardo da Vinci einen Federmechanismus in einen Pistolenentwurf und machte so das einhändige Abfeuern der Waffe möglich.

Die Feder hielt den Abzugsmechanismus unter Spannung und löste ihn beim Betätigen des Abzugs aus – ein Prinzip, das die Konstruktion von Schusswaffen über Jahrhunderte prägen sollte.

Originalskizze von Leonardo da Vinci zum federbetätigten Abzugsmechanismus einer Schusswaffe, Codex Atlanticus, 1493

Robert Hooke: Der Mann, der die Feder physikalisch erklärte

Federn gab es lange vor Robert Hooke.

Hooke – 1635 auf der Isle of Wight in England geboren – war jedoch der Erste, der ihr Verhalten mathematisch beschrieb.

1676 veröffentlichte Hooke sein Gesetz der Elastizität zunächst in Form eines lateinischen Anagramms: „ceiiinosssttuv.“

Zwei Jahre später, in seiner 1678 erschienenen Schrift Lectures de Potentia Restitutiva (Über die Feder, in der die Kraft federnder Körper erläutert wird) enthüllte er die Lösung: „ut tensio, sic vis“ – „wie die Dehnung, so die Kraft.“

Einfach gesagt bedeutet das: Je stärker eine Feder gedehnt oder zusammengedrückt wird, desto größer ist die Rückstellkraft – und dieser Zusammenhang ist linear, bis zur Elastizitätsgrenze der Feder.

In heutiger Schreibweise:

F = −kx

Dabei steht F für die Rückstellkraft, k für die Federkonstante und x für die Auslenkung.

Diese Gleichung wird bis heute in jeder Federberechnung verwendet – von der Unruhspirale in einer mechanischen Uhr bis zu den Fahrwerksfedern eines Lkw.

Robert Hooke, 1678: Originalillustration aus den „Lectures de Potentia Restitutiva“ zum Gesetz der Federelastizität

Hooke setzte sein Gesetz auch praktisch um und konstruierte Spiralfedern für Taschenuhren, wodurch diese deutlich präziser wurden als alle bisherigen Uhren.

Seine Arbeit legte den Grundstein für die Federwaage, das Galvanometer und die Unruh der mechanischen Uhr.

→ Externe Referenz: Encyclopædia Britannica — Robert Hooke

Richard Tredwell: Das erste Patent für eine Spiralfeder (1763)

Während Hooke den Federn ihr wissenschaftliches Fundament gab, verlieh Richard Tredwell ihnen ihre moderne Form.

1763 erhielt Tredwell — ein britischer Erfinder aus Rotherham in Yorkshire — das britische Patent Nr. 792 mit dem Titel „Springs For Carriages“.

Das vierseitige Patent enthielt neun Varianten eines Schraubenfeder-Fahrwerks und machte die Neuheit mit folgender Formulierung deutlich: „my new method of making and constructing springs for the hanging of coaches.“

Die Schraubenfeder war eine wesentliche Verbesserung gegenüber den von ihr abgelösten Blattfedern.

Blattfedern mussten regelmäßig auseinandergenommen und geschmiert werden, um Knarren und Fressen zu vermeiden.

Tredwells Schraubenfederkonstruktion erforderte beides nicht.

Sie war zudem kompakter, lieferte eine konstantere Federkraft und ließ sich im Verschleißfall leichter austauschen.

Tredwell hatte bereits 1762 ein früheres Patent für eine Blattfeder für Kutschen angemeldet — das Patent Nr. 792 aus dem darauffolgenden Jahr zeigt eine klare Weiterentwicklung seines Denkens in Richtung der Schraubenform.

Richard Tredwell 1763 Großbritannien Patent Nr. 792 Schraubenfedern für die Kutschenfederung

Die Stahlfeder und die Industrielle Revolution

1857: Stahl verändert alles

Tredwells Feder war eine bedeutende Erfindung, doch die damals verfügbaren Werkstoffe begrenzten ihre Leistungsfähigkeit.

Die Stahlfeder — härter, elastischer und langlebiger — wurde 1857 erstmals in Amerika patentiert, zunächst für den Einsatz in Stuhlsitzen.

Die höhere Zugfestigkeit von Stahl ermöglichte es Federn, mehr Energie ohne dauerhafte Verformung zu speichern, und eröffnete damit ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum.

1871: Die Federkernmatratze

Der deutsche Erfinder Heinrich Westphal integrierte 1871 Schraubenfedern in die erste Federkernmatratze.

Seine Erfindung veränderte die Möbel- und Bettwarenindustrie grundlegend, obwohl Westphal selbst in Armut starb und nie davon profitierte.

Massenproduktion und das Automobilzeitalter

Die Industrielle Revolution schuf nicht nur die Nachfrage nach Federn, sondern auch die Produktionsinfrastruktur, um sie in großen Stückzahlen herzustellen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das manuelle Wickeln durch das maschinelle Wickeln ersetzt; eine rasche Abfolge von Patenten etablierte anschließend die automatische Wickeltechnik, die Herstellung konischer Federn und Maschinen für Torsionsfedern.

In weniger als fünf Jahren entwickelte sich die Federindustrie vom handwerklichen zum industriellen Gewerbe.

Das Automobil machte Präzisionsfedern zu einem unverzichtbaren Massenprodukt.

Fahrwerksfedern, Ventilfedern und Rückstellfedern fanden sich in nahezu jedem beweglichen Bauteil eines Fahrzeugs.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ging man davon aus, dass über 90 % aller mechanisch gefertigten Produkte irgendeine Art von Feder benötigten.

Wichtige Meilensteine in der Federgeschichte

Datum

Meilenstein

ca. 64.000 v. Chr.

Bogen und Pfeil — früheste bekannte Anwendung einer Feder

ca. 4.000 v. Chr.

Im Balkan gefundene gewickelte Drahtobjekte (für dekorative bzw. Befestigungszwecke)

ca. 1.333 v. Chr.

Streitwagen aus der Zeit Tutanchamuns mit flexiblen Federelementen

3. Jahrhundert v. Chr.

Römische Katapulte mit Torsionsfedern, von Archimedes verfeinert

15. Jahrhundert

Die ersten Flachspiralen ermöglichen tragbare Zeitmesser

1493

Leonardo da Vinci integriert eine Feder in das Pistolen-Design

1676

Robert Hooke veröffentlicht das Gesetz der Elastizität (als Anagramm)

1678

Hooke veröffentlicht die vollständige Erklärung: ut tensio, sic vis

1763

Richard Tredwell patentiert die erste gewickelte Feder (GB Patent Nr. 792)

1857

Stahlspiralfeder für Stuhlsitze in Amerika patentiert

1861

Julien Belleville patentiert die Tellerfeder (Französisches Patent Nr. 52399)

1871

Heinrich Westphal erfindet die Taschenfederkernmatratze

Frühe 1900er-Jahre

Automatische Federspulmaschinen ermöglichen die Massenproduktion

1968

Smalley entwickelt die erste kantengewickelte Wellfeder

1970er-Jahre

Stickstoff-Gasfedern werden industriell eingeführt, zunächst im Automobilbereich

Heute

Die CNC-Federnfertigung ermöglicht die Herstellung von Federn vom Mikromaßstab bis zur industriellen Großserie

Wer hat welche Federart erfunden?

Die Geschichte der Federn ist nicht das Ergebnis einer einzigen Erfindung, sondern einer ganzen Reihe von Entwicklungen, die jeweils ein anderes Problem gelöst haben.

Im Folgenden in grober chronologischer Reihenfolge.

Unruhspiralen / Haarfedern (1670er-Jahre)

Robert Hooke wandte in den 1670er-Jahren sein Elastizitätsgesetz auf die Auslegung von Unruhspiralen für Uhren an – eine der ersten praktischen Anwendungen seiner theoretischen Arbeit.

Diese spiralförmigen Torsionsfedern steuern die Schwingung der Unruh in einer mechanischen Uhr und bestimmen damit unmittelbar ihre Ganggenauigkeit.

Die meisten modernen Uhrwerke arbeiten mit 3–4 Hz beziehungsweise 21.600–28.800 Halbschwingungen pro Stunde.

mechanische Uhr Unruhspirale Haarfeder spiralförmige Torsionsfeder Uhrwerk

Blattfedern (18. Jahrhundert)

Französische Kutschenbauer führten im 18. Jahrhundert die bogenförmige Blattfeder ein, um das Gewicht der Kutsche besser zu tragen und Fahrbahnstöße wirksamer zu dämpfen.

Richard Tredwell selbst ließ 1762 eine Blattfeder-Konstruktion patentieren, ein Jahr vor seinem berühmten Patent auf die Schraubenfeder – ein Hinweis darauf, dass sich beide Technologien parallel entwickelten.

Blattfedern sind auch heute noch Standard in den Fahrwerksystemen von Schwerlast-Lkw und Anhängern.

Blattfeder-Fahrwerkssystem Automobil-Hinterachsanwendung

Druckfedern (1763)

Direkter Nachfolger von Tredwells Patent aus dem Jahr 1763.

Wenn die meisten Menschen an eine Feder denken, ist genau das gemeint – eine Schraubenfeder, die sich unter Last verkürzt und der Belastung entgegenwirkt.

Die Ausführung aus Stahl kam 1857 auf den Markt, und im 20. Jahrhundert hatten Druckfedern sich weltweit zur am weitesten verbreiteten Federbauart in Industrie- und Konsumanwendungen entwickelt.

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Zugfedern (19. Jahrhundert)

Zugfedern entwickelten sich parallel zu Druckfedern im Verlauf des 19. Jahrhunderts.

Während eine Druckfeder schiebt, zieht eine Zugfeder – sie speichert Energie durch Dehnung und nutzt diese, um zwei Bauteile wieder zusammenzuführen.

Fliegengittertüren, Trampoline und Trainingsgeräte nutzen dieses Prinzip gleichermaßen.

Durch Wickelmaschinen wurden sie in den 1950er-Jahren schneller und kostengünstiger herzustellen, was ihren festen Platz in der Massenfertigung begründete.

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Tellerfedern (1861)

Im Jahr 1861 reichte der französische Ingenieur Julien François Belleville aus Dunkerque das französische Patent Nr. 52399 für eine konische tellerförmige Feder ein – das Design, das bis heute seinen Namen trägt.

Die Belleville-Tellerfeder löst ein konkretes Problem: Sie bietet eine sehr hohe Tragfähigkeit bei minimalem axialem Bauraum – etwas, das eine Schraubenfeder nur ineffizient leisten kann.

Tellerfedern nach Belleville

In den frühen 1930er-Jahren formalisierten die Ingenieure Almen und Laszlo die Auslegungstheorie und schufen die Normen DIN 2092 und DIN 2093, die bis heute weltweit als Referenz für die Spezifikation von Tellerfedern gelten.

Moderne Einsatzbereiche reichen von der Luft- und Raumfahrt sowie der Formel 1 bis hin zu Lagervorspannsystemen und Hochdruckventilbaugruppen.

Torsionsfedern (altes Prinzip, moderne Ausführung)

Das Torsionsprinzip reicht bis zu den römischen Katapulten zurück, bei denen verdrillte Seile und Sehnen als Energiespeicher dienten und die gespeicherte Energie wieder freisetzten.

Die moderne Schraub-Torsionsfeder – ein gewickelter Draht, der Energie durch Verdrehung statt durch lineare Stauchung speichert – etablierte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert als Standardbauteil des Maschinenbaus, begünstigt durch dieselben Fortschritte in der Stahldrahtfertigung, die auch die Entwicklung von Druckfedern vorantrieben.

Heute Torsionsfedern finden sie sich in Garagentoren, Wäscheklammern, Mausefallen, Sitzverstellern in Fahrzeugen und Hunderten weiterer Mechanismen, die eine kontrollierte Drehkraft erfordern.

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Wellfedern / Lineare Wellfedern (1968)

Die Smalley Steel Ring Company entwickelte 1968 die erste kantengewickelte Wellfeder, zunächst um ein Problem mit der Lasttoleranz bei Bajonettverbindern zu lösen.

Der entscheidende Vorteil der Wellfeder liegt im Bauraum: Sie liefert eine mit einer Schraubfeder vergleichbare Kraft und benötigt dabei nur etwa die halbe axiale Bauhöhe.

Das ist besonders in Präzisionsbaugruppen von Bedeutung, in denen jeder Millimeter zählt.

Seitdem kommen Wellfedern in medizinischen Instrumenten, Luft- und Raumfahrtausrüstung und sogar auf dem Mars-Rover zum Einsatz.

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Stickstoff-Gasfedern (1970er-Jahre)

Das Konzept der Gasfeder wurde in den Vereinigten Staaten gegen Ende des 19. Jahrhunderts patentiert, erreichte jedoch erst in den 1970er-Jahren eine breite industrielle Anwendung, als Fahrzeugingenieure Stickstoff-Gasfedern für Motorhauben und Kofferraumdeckel einsetzten.

Im Gegensatz zu Metallfedern nutzt eine Gasfeder komprimierten Stickstoff in einem abgedichteten Zylinder — ein Kolben bewegt sich gegen den Gasdruck und erzeugt über den gesamten Hub hinweg eine gleichmäßige, nahezu konstante Kraft.

Dadurch eignen sie sich besonders für Anwendungen, in denen kontrollierte, vorhersagbare Bewegungen wichtiger sind als reine Energiespeicherung.

Heute Stickstoff-Gasfedern finden sich in Werkzeugmaschinenpressen, Krankenhausbetten, Bürostühlen, Luft- und Raumfahrtklappen sowie in Stanzanlagen.

Stickstoff-Gasfedern-2

Häufig gestellte Fragen

Wer hat die Feder erfunden?

Es gibt keinen einzelnen Erfinder.

Wenn Sie die Schraubenfeder meinen, erhielt Richard Tredwell 1763 das erste Patent.

Wenn Sie die wissenschaftlichen Grundlagen der Federkonstruktion meinen, veröffentlichte Robert Hooke zwischen 1676 und 1678 sein Gesetz der Elastizität.

Wenn man auch nicht gewickelte Federn einbezieht, werden sie vom Menschen spätestens seit 64.000 v. Chr. in Form des Bogens genutzt.

Wer hat die Schraubenfeder erfunden?

Richard Tredwell, ein britischer Erfinder aus Rotherham in Yorkshire, erhielt 1763 das britische Patent Nr. 792 — das erste dokumentierte Patent für eine spiralförmige Schraubenfeder, die für die Aufhängung von Kutschen ausgelegt war.

Was besagt das Hooke’sche Gesetz und warum ist es wichtig?

Das Hooke’sche Gesetz besagt, dass die von einer Feder ausgeübte Kraft proportional zu ihrer Auslenkung ist: F = −kx.

Es wurde 1678 von Robert Hooke veröffentlicht und bildet die mathematische Grundlage jeder Federberechnung im Maschinenbau.

Ohne dieses Gesetz könnten Federn nicht zuverlässig ausgelegt oder spezifiziert werden.

Wann wurde die Stahl-Schraubenfeder erfunden?

Die erste Stahl-Schraubenfeder wurde 1857 in den Vereinigten Staaten patentiert, zunächst für den Einsatz in Stuhlsitzen.

Die überlegene Elastizität und Festigkeit von Stahl gegenüber früheren Werkstoffen verbesserte die Federleistung grundlegend und eröffnete industrielle Anwendungen im großen Maßstab.

Was war die erste praktische Anwendung einer Feder?

Der Bogen mit Pfeil, der zur Jagd und zum Schutz eingesetzt wurde, gilt als älteste bekannte Anwendung einer Feder — sie reicht mindestens 64.000 Jahre zurück.

Die erste Verwendung einer Feder als Bauteil innerhalb eines größeren mechanischen Systems wird allgemein federblattähnlichen Elementen in altägyptischen Streitwagen um 1.333 v. Chr. zugeschrieben.

Zusammenfassung

Federn haben keinen einzelnen Erfinder, da sie sich über Jahrtausende entwickelt haben und jede Epoche eine neue Bauform oder ein neues Verständnis beigetragen hat.

Zwei Namen sind dabei besonders wichtig: Robert Hooke, der den Federn 1676–1678 mit seinem Elastizitätsgesetz die mathematische Grundlage gab; und Richard Tredwell, der dieses Verständnis 1763 in ein patentiertes, praxisgerechtes Schraubenfeder-Design überführte und damit den Startpunkt für die moderne Federindustrie setzte.

Von Bronzepinzetten um 4.000 v. Chr. bis zu heute CNC-gefertigten Präzisionsfedern zählt die Feder zu den durchgehend nützlichsten mechanischen Erfindungen der Menschheitsgeschichte.

Sie speichert Energie und gibt sie wieder frei — ein scheinbar einfacher Grundsatz, der allem zugrunde liegt, vom Torsionsfeder im Garagentor bis hin zur Hängebrücke.

Wenn Sie für Ihre nächste Anwendung zwischen verschiedenen Federarten wählen, lesen Sie unseren Leitfaden zu Torsionsfedern vs. Zugfedern.