EinLinearlagerkündigt sich bei einem Ausfall nicht immer frühzeitig an.

Mitunter beginnt es mit einem leichten Schleifgeräusch an einem Ende des Hubwegs.

Mitunter wird die Bewegung an kalten Morgen einfach schwergängig.

Und manchmal klingt alles völlig unauffällig, bis der Schlitten mitten im Zyklus blockiert und das Werkstück beschädigt.

Dieser Leitfaden behandelt die häufigsten Ausfallarten von Linearlagern, zeigt deren Diagnose und erläutert die klarsten Anzeichen dafür, wann ein Austausch statt einer Nachschmierung erforderlich ist.

Warum Linearlager ausfallen: Der Gesamtüberblick

Die überwiegende Mehrheit der Ausfälle von Linearlagern lässt sich auf vier Grundursachen zurückführen:

  • Schmiermangel — unzureichende Schmierung, falscher Schmierstofftyp oder verunreinigter Schmierstoff

  • Verunreinigung — Partikel, Späne oder Fremdkörper gelangen ins Lager und beschädigen die Laufbahnen

  • Überlastung — Betrieb oberhalb der Nenntragfähigkeit oder unter Stoßbelastungen, für die die Auslegung nicht vorgesehen war

  • Fehlausrichtung oder fehlerhafte Montage — Schiene oder Welle nicht gerade, Ebenheit nicht eingehalten, Schlitten werden verspannt

SKFsHandbuch zur Analyse von Lagerschäden und Ausfällengehört zu den am häufigsten herangezogenen Fachreferenzen in der industriellen Instandhaltung. Es führt konsistent60–80 % der vorzeitigen Lagerausfälle auf schmierstoffbezogene Probleme zurück. Alle übrigen Ursachen zusammen machen den Rest aus.

Das ist in der Praxis eine gute Nachricht: Die meisten Ausfälle von Linearlagern sind vermeidbar.

Geräuschanalyse: Was Ihnen die einzelnen Geräusche verraten

Sechs typische Geräuschmuster bei Ausfällen von Linearlagern: Schleifen, Klicken, einseitige Schwergängigkeit, Quietschen, Dröhnen und Kaltsteifigkeit mit Wellenformdarstellungen

1. Schleif- oder Knirschgeräusche über den gesamten Hub

Wie es sich anhört:
Ein durchgehendes, raues Schleifen von einem Ende des Verfahrwegs bis zum anderen. Vergleichbar mit dem Überrollen von grobem Schotter.

Worauf das in der Regel hinweist:

Verunreinigung. Metallspäne, Abriebstaub oder Fremdkörper sind in den Kugelumlauf eingedrungen und verursachen Riefen an den Laufbahnen. Sobald sich Riefen bilden, beschleunigt das entstehende Partikelspektrum die Schädigung weiter – ein sich selbst verstärkender Ausfallmechanismus.

So bestätigen Sie den Befund:
Reinigen Sie die Führungsschiene des Linearlagers und verfahren Sie den Wagen anschließend langsam von Hand. Wenn Sie über den gesamten Hub Rauheit spüren, ist eine Verunreinigung wahrscheinlich. Nehmen Sie den Wagen – sofern die Konstruktion es zulässt – ab, wischen Sie die Laufbahnen sauber und prüfen Sie sie auf Metallpartikel oder Riefen.
Abhilfe:
Bei frühzeitigem Befund mit Lösungsmittel spülen, anschließend mit sauberem Fett nachschmieren und die Dichtungen prüfen oder auf einen verbesserten Dichtkonzept upgraden. Sind die Laufbahnen sichtbar gerieft, ist ein Austausch erforderlich – Laufbahnschäden lassen sich bei einer Standard-Präzisionsführung nicht durch Nachbearbeitung oder Läppen im Feld beheben. (Industrielle Instandsetzungen für Schwerlastführungen sind zwar verfügbar, wirtschaftlich gegenüber einem Austausch jedoch nur selten.)

2. Zyklisches Klicken oder Klopfen

Wie es sich anhört:
Ein rhythmisches Klicken oder leichtes Klopfen in einem festen Abstand, der mit der Verfahrgeschwindigkeit korreliert – kein durchgehendes Geräusch.

Worauf das in der Regel hinweist:

Eine oder mehrere beschädigte Kugeln im Umlauf. Eine abgeplatzte oder abgeflachte Kugel erzeugt bei jedem Durchlauf durch die Lastzone ein Klickgeräusch.

So bestätigen Sie den Befund:
Markieren Sie einen Referenzpunkt am Wagen. Verfahren Sie ihn mit gleichmäßiger, langsamer Geschwindigkeit und messen Sie den Abstand zwischen den Klickgeräuschen. Ein konstanter, reproduzierbarer Abstand spricht für eine beschädigte Kugel.
Abhilfe:
Der Austausch der Kugeln erfordert eine vollständige Demontage – in der Praxis wird meist der gesamte Wagen ersetzt. Richtwerte für Ersatzkosten: Linearlager für Rundwellen (LM6UU, LM8UU, LM12UU, LM16UU, LM20UU, LM25UU): etwa $5–$30 je Stück. Führungswagen für Profilschienen (25mm-Klasse): etwa $45–$150.
 LM8UU round shaft linear bearing bushing compared to HG25 profiled rail carriage block side by side

3. Zeitweilige Geräusche oder Schwergängigkeit an einem Hubende

Wie es sich anhört:
Der Wagen läuft über den größten Teil des Verfahrwegs ruhig, wird dann nahe einem Ende rau oder schwergängig – und läuft anschließend wieder normal.

Worauf das in der Regel hinweist:

Entweder eine lokal begrenzte Schädigung der Schiene, etwa eine Delle, ein Grat oder eine Korrosionsstelle in einem Bereich, oder eine Durchbiegung der Schiene bzw. Welle an dieser Stelle, durch die der Wagen verklemmt.

Abhilfe:
Geringe Oberflächengrate lassen sich mit einem Polierstein mitunter beseitigen. Eine verbogene oder stark beschädigte Linearlagerschiene muss ersetzt werden. Probleme an der Montagefläche erfordern ein Nacharbeiten der Auflagefläche oder das Unterlegen von Ausgleichsblechen – siehe unserenPairing & Sizing Guidefür Ebenheitstoleranzen.

4. Quietschen oder Kreischen

Wie es sich anhört:
Ein hochfrequentes Kreischen, häufig besonders ausgeprägt beim Anfahren aus dem Stillstand oder bei Kälte. In der Regel bessert sich das Geräusch, sobald sich das Lager erwärmt hat.
Worauf das in der Regel hinweist:
Unzureichende Schmierung des Linearlagers. Die Wälzkörper laufen ohne ausreichenden Schmierfilm, wodurch Metall-auf-Metall-Kontakt und der hörbare Stick-Slip-Effekt entstehen.
Abhilfe:
Nachschmieren und das Schmierintervall neu auslegen. Eine Tube Fett für $10–$20 und 10 Minuten Arbeitszeit beheben ein quietschendes Lager; ein festgefressenes Lager verursacht dagegen $500+ an Ersatzteilkosten und Stunden an Produktionsausfall.

5. Dröhnen bei hoher Geschwindigkeit

Wie es sich anhört:
Ein tieffrequentes Dröhnen oder eine Vibration, die erst oberhalb von ~0.5 m/s auftritt. Vergleichbar mit einem unrunden Reifen – jedoch bei linearer Bewegung.

Worauf das in der Regel hinweist:

Welligkeit der Laufbahn – eine periodische Abweichung der Laufbahngeometrie infolge von Verschleiß oder eines Fertigungsfehlers. Sie kann auch auf einen beschädigten Käfig hinweisen, der zu ungleichmäßigem Kugelabstand führt.

Abhilfe:

Eine Welligkeit der Laufbahn lässt sich im Feld nicht beheben. Ersetzen Sie die Schiene und den Laufwagen als Set.

6. Schwergängigkeit oder Steifigkeit, die sich nach dem Warmlauf verliert

Wie es sich anhört:
Die Bewegung erfordert im kalten Zustand (0–15°C) deutlich mehr Kraft und läuft nach 15–30 Minuten Betrieb wieder normal.

Worauf das in der Regel hinweist:

Ein Schmierfett mit zu hoher Viskosität für die Betriebstemperatur. Standard-Schmierfett NLGI #2 wird unter 10°C deutlich zäh. Bei -20°C kann die Viskosität je nach Grundöltyp um das Zehnfache oder mehr ansteigen.

Abhilfe:
Auf ein Tieftemperaturfett umstellen (ausgelegt für -40°C bis +150°C). Das alte Fett zuvor ausspülen – Öl auf kaltes Fett aufzubringen löst das Viskositätsproblem nicht.

Kurzreferenz zu Ausfallarten

Geräusche am Linearlager – Kurzreferenz zur Diagnose

Schleifen / Knirschen

Über den gesamten Hub hinweg kontinuierlich · wie grober Kies

Ursache:

Verschmutzung – Fremdpartikel im Kugelumlauf verursachen Riefen an den Laufbahnen

Maßnahme:

Laufbahnen prüfen. Bei frühzeitigem Erkennen spülen und neu schmieren.

Bei Riefenbildung ersetzen.

HOCH

Zyklisches Klicken

Fester Abstand · korreliert mit der Fahrgeschwindigkeit

Ursache:

Beschädigte Kugel(n) – ausgeplatzt oder mit Flachstelle, Klicken bei jeder Passage

Maßnahme:

Laufwagen ersetzen. LM8UU/LM12UU/LM25UU: ca. 5–30 $. Profilschiene (25-mm-Klasse): ca. 45–150 $.

MITTEL

Steifigkeit an einem Ende

Nur in der Nähe eines Endes rau · im Mittelhub leichtgängig

Ursache:

Schienenschaden (Grat/Delle) oder lokale Durchbiegung führt zum Klemmen

Maßnahme:

Mit der Messuhr entlang der Schiene prüfen. Grat → mit einem Abziehstein nacharbeiten. Verbogene Schiene → ersetzen.

MITTEL

Quietschen

Im Kalten am stärksten · verbessert sich nach dem Anlaufen

Ursache:

Unzureichende Schmierung — Stick-Slip durch Metall-auf-Metall-Kontakt

Maßnahme:

Sofort schmieren. Bei Trockenlauf auf Hitzeschäden prüfen.

10–20 $ für Fett gegenüber einem festgefressenen Lager mit Kosten von über 500 $.

NIEDRIG→HOCH

Brummen bei hoher Drehzahl

Ab etwa 0,5 m/s · die Frequenz steigt proportional mit der Geschwindigkeit

Ursache:

Laufbahnwelligkeit oder beschädigter Kugelkäfig

Schiene und Wagen ersetzen.

Vor Ort nicht korrigierbar.

HOCH

Kaltsteifigkeit

Bei 0–15 °C schwergängig · nach 15–30 min normal

Ursache:

Fett zu zähflüssig — NLGI #2 verfestigt sich unter 10 °C

Maßnahme:

Auf Tieftemperaturfett umstellen (für -40 °C bis +150 °C ausgelegt). Zunächst das alte Fett ausspülen.

NIEDRIG

Laut dem SKF-Handbuch

Handbuch zur Analyse von Lagerschäden und Ausfällen

sind 60–80 % der vorzeitigen Ausfälle schmierungsbedingt und somit vermeidbar.


Sichtprüfung: Worauf Sie achten sollten

Warten Sie nicht auf Geräusche. Eine regelmäßige Sichtprüfung erkennt Probleme an Linearlagern frühzeitig und mit geringerem Kostenaufwand.

Laufbahnoberfläche:Sollte spiegelblank sein. Braune Verfärbungen = beginnende Korrosion. Blaue oder dunkle Verfärbungen = Hitzeschäden durch Trockenlauf. Pittings = Ermüdung oder aktive Korrosion.

Dichtungszustand:Die Enddichtungen von Profilschienenführungen sollten intakt sein und leicht an der Schiene anliegen. Beschädigte oder fehlende Dichtungen lassen Verunreinigungen direkt in den Kugelumlauf eindringen.

Schmierfettzustand(wenn an den Dichtungen ausgedrücktes Fett austritt):

  • Sauber, grau oder bernsteinfarben = in Ordnung

  • Schwarz = mit Metallpartikeln verunreinigt

  • Dunkelbraun = thermisch gealtert

  • Weiß oder schaumig = Wasserkontamination

Vier Schmierfettzustände eines Lagers im Vergleich: in Ordnung, metallverunreinigt, thermisch gealtert und wasserkontaminiert

Wagenluft:Richten Sie eine Messuhr senkrecht zur Schiene aus. Bringen Sie eine Last von 5 N auf und entlasten Sie sie wieder. Bei einem korrekt vorgespannten Präzisionswagen sollte die Durchbiegung <0,01 mm betragen.

Messuhr zur Messung des Wagenluftspiels einer Linearführung auf Profilschiene, wobei eine behandschuhte Hand die Last aufbringt

So schmieren Sie ein Linearlager Schritt für Schritt

Für fettgeschmierte Rundwellen- oder Profilschienensysteme:

  1. Reinigen Sie die freiliegende Schiene oder Welle vor dem Nachschmieren gründlich von altem Fett und sichtbaren Verschmutzungen – schmieren Sie niemals über Verunreinigungen hinweg.

  2. Suchen Sie den Schmiernippel (bei Rundwellenlagereinheiten) bzw. die Schmieröffnung (bei Profilschienenwagen). Bei den meisten Wagen befindet sich diese an der Vorderseite.

  3. Verwenden Sie eine manuelle oder pneumatische Fettpresse mit dem vom Hersteller vorgegebenen Schmierstoff – in der Regel ein lithiumbasiertes Fett der NLGI-Klasse 2 für den Standardeinsatz oder ein Tieftemperaturfett für Temperaturen unter 10°C.

  4. Führen Sie das Fett langsam zu, bis an den Dichtungen leicht frisches Fett austritt. Zu viel Fett bringt keinen zusätzlichen Nutzen und kann in offenen Umgebungen mehr Staub binden.

  5. Verfahren Sie die Achse mehrmals über den gesamten Hub, damit sich das Fett gleichmäßig auf der Laufbahn verteilt.

  6. Entfernen Sie ausgetretenes überschüssiges Fett, damit sich keine Verschmutzungen daran anlagern.

Bei ölgeschmierten Hochgeschwindigkeitssystemen erfolgt die Schmierung in der Regel automatisch: Eine dosierte Pumpe fördert 0.01–0.05 mL Öl je 1,000 mm Verfahrweg nach einem vom Steuerungssystem vorgegebenen Zeitplan. Eine manuelle Ölung ist normalerweise nicht erforderlich; prüfen Sie stattdessen den Ölstand des Systems.

Berechnen Sie das tatsächliche Schmierintervall auf Basis der Verfahrstrecke und nicht nach dem Kalender – die Berechnung finden Sie im folgenden Abschnitt.

Schmierintervalle für Linearlager: Konkrete Richtwerte

Hier liegt bei vielen Instandhaltungsprogrammen der entscheidende Schwachpunkt: Sie orientieren sich an Zeitintervallen statt an der tatsächlichen Verfahrstrecke.

THK-Empfehlungen für die HSR-Serie (Standardbetriebsbedingungen):

  • Fett: alle 100 km Verfahrweg oder alle 6 Monate – maßgeblich ist der jeweils kürzere Zeitraum

  • Öl: kontinuierliche Zufuhr von 0.01–0.05 mL je 1,000 mm Verfahrweg

Kompatible Alternativen zur THK HSR-Serie mit gleichem Schmierintervall sind erhältlich –sehen Sie sich unser Linearlager-Sortiment an.

Allgemeine Empfehlungen für Profilschienensysteme (Standardbetriebsbedingungen):

  • Normale Bedingungen: alle 100 km Verfahrweg

  • Raue Umgebungen (Kühlschmierstoff, Späne, abrasiver Staub): alle 30–50 km

Prüfen Sie die Angaben stets anhand der Dokumentation Ihres konkreten Modells – die Intervalle variieren je nach Wagenbaugröße, Dichtungsausführung und Betriebsbelastung.

So berechnen Sie Ihr Schmierintervall:

Betrachten wir eine Maschine mit 0,3 m Hub bei 30 Zyklen/min in einer 8-Stunden-Schicht:

0,3 m × 2 × 30 Zyklen/min × 60 min/h × 8 h = 8.640 m = 8,64 km/Tag

Bei einem Nachschmierintervall von 100 km ist somit eine Schmierung alle11,6 Tage— runden Sie auf 10 Tage ab, um dem Intervall stets voraus zu sein.

Eine ansteigende Linie von 0 bis 103,7 km über 12 Tage schneidet eine gestrichelte rote Schwellenlinie bei 100 km; dort liegt der Nachschmierpunkt an Tag 11,6. 0 20 40 60 80 100 Kumulierte Strecke (km) Tag 0 Tag 2 Tag 4 Tag 6 Tag 8 Tag 10 Tag 12 Nachschmierpunkt Tag ~11,6 Kumulierte Strecke (8,64 km/Tag) Nachschmiergrenze (100 km)

Wenn Ihr Wartungsplan nur „monatlich“ vorsieht und die Maschine in diesem Betrieb läuft, ist sie deutlich untergeschmiert.

Vorbeugender Wartungsplan

Intervall

Arbeitsschritt

Gemäß berechnetem Laufintervall
(z. B. alle 10 Tage bei 8,6 km/Tag)

Nachschmierung über die Schmieröffnung; Austritt des Fettes an den Dichtungen prüfen

Monatlich

Sichtprüfung der Laufschienenoberfläche und des Dichtungszustands

Alle 3 Monate

Spiel des Wagens mit einer Messuhr prüfen; Farbe des ausgetretenen Fetts beurteilen

Alle 6 Monate

Vollständige Inspektion: Dichtungen, Laufschienenoberfläche, Anzugsmoment der Befestigungselemente

Bei ungewöhnlichen Geräuschen

Unverzügliche Diagnose gemäß dem obigen Abschnitt

Beim Austausch des Laufwagens

Schiene gründlich reinigen; vor dem Einbau des neuen Laufwagens die Ebenheit der Schiene erneut prüfen

Wann austauschen und wann nachschmieren

Die Entscheidung hängt im Wesentlichen von einer Frage ab: Ist der Laufbahnschaden bereits eingetreten?

Nachschmierung genügt, wenn:
  • Das Lager Geräusche macht, die Bewegung jedoch ruhig läuft (kein Schleifen)
  • Das Quietschen nach 2–3 Nachschmierhüben verschwindet
  • Keine sichtbaren Riefen auf den Laufbahnen vorhanden sind
  • Das Spiel des Laufwagens unter einer Last von 5 N weniger als 0.01 mm beträgt

Ein Austausch des Linearlagers ist erforderlich, wenn:

  • Sichtbare Grübchenbildung, Riefen oder Abplatzungen auf den Laufbahnen

  • Das Spiel des Laufwagens unter geringer Last 0.02–0.05 mm überschreitet

  • Mehrfache Nachschmierung hat das Geräusch nicht beseitigt

  • Wärmeverfärbungen (blau oder braun) an Laufbahnen oder Wälzkörpern

  • Jeglicher Riss im Laufwagengehäuse oder in der Schiene

Wenn Sie ohnehin einen verschlissenen Kugelumlaufwagen ersetzen, sollten Sie prüfen, ob ein Rollenlaufwagen Ihre Last besser aufnimmt — siehe unserenVergleich Kugel- und Rollenlaufwagenzu den jeweiligen Vor- und Nachteilen.


Zu den Kosten:

Ein Ersatz-Laufwagen für Profilschienenführungen der 25mm-Klasse kostet etwa $45–$150. Der Austausch einer Linearführungsschiene liegt bei ungefähr $30–$100 pro Meter.

In einer Produktionsumgebung mit Zwei-Schicht-Betrieb übersteigen bereits 2 Stunden ungeplanter Stillstand diese Kosten in der Regel. Wirtschaftlich spricht fast immer alles für einen vorausschauenden Austausch.

Auch die Marke beeinflusst sowohl den Preis als auch die Standzeit bis zum erneuten Austausch — siehe unserenMarkenvergleich für Linearlagerwenn Sie zwischen mehreren Optionen entscheiden.


Linearlagerausfälle verhindern: Die wichtigsten Maßnahmen

  1. Berechnen Sie das Schmierintervall in Kilometern, nicht in Kalendertagen.Maschinen mit kurzen, schnellen Hüben akkumulieren die Laufstrecke deutlich schneller, als es der Kalender vermuten lässt.

  2. Verwenden Sie das richtige Schmiermittel.Vom Hersteller freigegebenes Fett für den Standardbetrieb; ISO VG 68–100 Öl für ölschmierte Systeme; Tieftemperaturfett für den Einsatz unter 10°C.

  3. Schützen Sie vor Verunreinigungen.Faltenbalgabdeckungen, Abstreifer und Labyrinthdichtungen zahlen sich in jeder Umgebung mit Spänen, Kühlschmierstoff oder abrasivem Staub aus.

  4. Prüfen Sie die Montageebenheit bei der Installation.Fünfzehn Minuten mit einer Messuhr verhindern monatelange, nicht erklärbare Positionierfehler. Die Anforderungen an die Ebenheit finden Sie in unseremAuswahl- und Auslegungsleitfaden.

  5. Reagieren Sie auf frühe Geräusche.Ein quietschendes Lager lässt sich mit Schmierfett im Wert von $10–$20 und in 10 Minuten beheben. Ein festgegangenes Lager verursacht $500+ an Ersatzteilen und Stunden an Produktionsausfall.

  6. Führen Sie pro Achse ein Wegprotokoll.Erfassen Sie Kilometer statt Maschinenstunden. Eine Achse mit 10 mm-Hüben bei 60 Zyklen/min erreicht ihre Laufstrecke deutlich schneller als eine Achse mit 500 mm-Hüben bei 5 Zyklen/min.

Häufig gestellte Fragen

Wodurch entstehen Geräusche bei Linearlagern?

Die Ursache hängt vom Geräuschbild ab. Schleifgeräusche über den gesamten Hub deuten auf Verunreinigungen im Kugelumlauf hin. Zyklisches Klicken in festen Abständen weist auf eine beschädigte Kugel hin. Quietschen – insbesondere im kalten Zustand – ist fast immer auf unzureichende Schmierung zurückzuführen. Ein Dröhnen bei hoher Drehzahl weist auf Laufbahnwelligkeit hin und macht einen vollständigen Austausch erforderlich. Die Diagnose der Geräusche im obigen Abschnitt enthält die Prüfschritte und Abhilfemaßnahmen für jeden Ausfallmodus.

Wie oft sollten Linearlager geschmiert werden?

Bemessen Sie die Nachschmierung nach der zurückgelegten Wegstrecke und nicht nach dem Kalender. Führende Hersteller empfehlen unter normalen Bedingungen eine Nachschmierung alle 100 km, unter rauen Einsatzbedingungen alle 30–50 km. Eine typische Maschine mit 0,3 m Hub bei 30 Hüben/min erreicht etwa 8,6 km pro Tag — das entspricht einem Schmierintervall von rund 10 Tagen und nicht einem monatlichen Intervall.

Welches Schmiermittel sollte für ein Linearlager verwendet werden?

Wählen Sie das Schmiermittel nach den Einsatzbedingungen und nicht nur nach der Verfügbarkeit vor Ort. In standardmäßigen, fettgeschmierten Systemen wird in der Regel ein lithiumverseiftes Fett der NLGI-Klasse 2 eingesetzt. Unter 10°C sollte auf ein Tieftemperaturfett mit einer Freigabe bis -40°C umgestellt werden, da Standardfett bei Kälte zäh wird und das oben beschriebene Kaltstartgeräusch auslösen kann. Hochgeschwindigkeits-Automatisierungssysteme laufen typischerweise mit ISO VG 68–100 Öl, das über eine Dosierpumpe zugeführt wird, statt mit Fett. Vermeiden Sie Trocken-Schmierstoffe wie PTFE oder Graphitpulver bei umlaufenden Kugel- oder Rollenlagern — sie unterstützen zwar Gleitkontakte, bewirken jedoch kaum etwas an den Wälzkörpern und schützen die Laufbahn nicht ausreichend.

Kann ein Linearlager repariert werden, oder ist ein Austausch erforderlich?

Wenn das Geräusch nach wenigen Hüben nach dem Nachschmieren verschwindet und an den Laufbahnen keine sichtbaren Riefen vorhanden sind, genügt eine erneute Schmierung. Ein Austausch ist erforderlich, sobald Laufbahnschäden vorliegen — etwa sichtbare Grübchenbildung, ein Spiel des Laufwagens von mehr als 0.02–0.05 mm unter leichter Last oder ein Geräusch, das auch nach wiederholter Schmierung bestehen bleibt. Ein Ersatz-Laufwagen für Profilschienenführungen (25mm-Klasse) kostet ungefähr $45–$150 und liegt damit nahezu immer unter den Kosten von zwei Stunden ungeplanter Stillstandszeit.

Hören Sie ein ungewöhnliches Geräusch an einem Lager Ihrer Maschine? Beschreiben Sie das Geräusch in den Kommentaren — wann im Hub es auftritt, wie es klingt und was sich zuletzt geändert hat — dann unterstützen wir Sie bei der Diagnose.