Ein Stützrolle mit Bolzen wirkt auf den ersten Blick einfach: eine Rolle, ein integrierter Bolzen, eine Mutter und eine Befestigungsbohrung. In der Praxis beeinflusst die Montage jedoch unmittelbar die Lastverteilung, die Bolzenauslenkung, den Laufbahnkontakt, die Schmierung und die Lebensdauer.
Der wichtigste Punkt wird dabei häufig übersehen:
Eine Stützrolle mit Bolzen ist nicht einfach ein Lager mit angeschraubtem Bolzen. Der Bolzen ist Teil des Kraftflusses.
Wenn die Stützrolle als einseitig gelagerte Laufrolle eingesetzt wird, wird die radiale Last über den Außenring, die Wälzkörper, die Lagerstruktur, den Bolzen, die Anlagefläche und das Maschinengehäuse übertragen. Eine mangelhafte Befestigungsbohrung, unzureichende Schulterabstützung, ein zu großer Überstand oder ein falsches Anzugsmoment können daher zum Ausfall führen, selbst wenn die angegebene dynamische Tragzahl des Lagers scheinbar ausreicht.
SKF weist ausdrücklich darauf hin, dass Nockenrollen nur über eine begrenzte Kontaktfläche zwischen Außenring und Laufbahn verfügen, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Lager, dessen Außenring im Gehäuse vollflächig abgestützt ist. SKF nennt daher zusätzlich zu den üblichen Grundtragzahlen separate Werte für die maximale radiale Belastung.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie eine Stützrolle mit Bolzen erkennen, die passende Ausführung auswählen, sie ohne Bolzenauslenkung montieren, den Schmierweg schützen und die häufigsten Montagefehler vermeiden.
Was ist eine Stützrolle mit Bolzen?
Eine Stützrolle mit Bolzen, auch als Bolzenlaufrolle bezeichnet, ist ein Wälzlager, das direkt an einer Nocke, Laufbahn, Führung oder Gegenlaufbahn betrieben wird.
Im Unterschied zu einem Standardlager wird der Innenring durch einen integrierten Bolzen ersetzt.
Eine typische Ausführung umfasst:
Außenring – das Bauteil mit Laufbahnkontakt.
Wälzkörper – in der Regel Nadeln oder Zylinderrollen.
Bolzen – die mit dem Lager integrierte Welle.
Schulter oder Bund – stützt die Rolle axial gegen die Montagefläche ab.
Gewindeende – führt durch das Maschinenteil und nimmt eine Mutter auf.
Schmierkanäle – je nach Ausführung kann das Fett über den Bolzenkopf, das Gewindeende oder eine radiale Bohrung zugeführt werden.
Mitnahmeelement – Innensechskant oder Schraubendrehschlitz, um eine Verdrehung des Bolzens bei der Montage zu verhindern.
Dichtungen oder Schutzscheiben – je nach Ausführung und Einsatzumgebung.
Die konkrete Ausführung variiert je nach Hersteller und Baureihe. So können SKF-KR-Ausführungen – abhängig von Größe und Ausführung – mit einem Schraubendreherschlitz oder einer Sechskantaufnahme versehen sein, während exzentrische Ausführungen wie KRE zur Einstellung über einen Exzenterring verfügen. SKF kennzeichnet zudem je nach Bauart unterschiedliche Schmierwege.

Was sollten Sie vor der Montage identifizieren?
Vor der Montage eines Bolzen-Kurvenrads sollten Sie mindestens die folgenden sechs Merkmale identifizieren:
Merkmal | Zu prüfende Angaben | Bedeutung für die Anwendung |
|---|---|---|
Außenring | Zylindrisch oder ballig/kugelförmig | Bestimmt das Laufbahnkontaktverhalten |
Bolzendurchmesser | d₁ | Bestimmt die erforderliche Montagebohrung und die Tragfähigkeit der Konstruktion |
Bund | Durchmesser und Auflagefläche | Leitet die Last in das Maschinengehäuse ein |
Gewinde | Metrisch oder Zoll | Bestimmt die Mutter und das Anzugsdrehmoment |
Schmierbohrung | Kopfseite, Seitenfläche oder Gewindeende | Muss zugänglich und korrekt ausgerichtet bleiben |
Antriebsmerkmal | Innensechskant oder Schlitz | Verhindert das Mitdrehen des Bolzens beim Anziehen |
Eine hilfreiche technische Faustregel lautet:
Bewerten Sie stets das vollständige Bolzen- und Laufsystem, bevor Sie das Lager allein anhand der Tragzahl auswählen.
Warum sich die Montage von Bolzen-Kurvenrollen von der herkömmlichen Lagermontage unterscheidet
Ein konventionelles Radiallager sitzt in der Regel in einem Gehäuse. Dieses stützt den Außenring über weite Teile seines Umfangs ab.
Ein Bolzen-Kurvenrollelement verfügt über diesen Vorteil nicht.
Die Kurvenrolle läuft in der Regel mit dem Außenring auf einer vergleichsweise schmalen Laufbahn, während der Bolzen die entstehende Last über eine einzelne Befestigungsstelle abstützt.
Daraus ergeben sich zwei separate technische Fragen:
Frage 1: Kann das Lager die Last aufnehmen?
Dies hängt ab von:
dynamischer Tragzahl,
statischer Tragzahl,
maximal zulässiger Radiallast,
Ermüdungsgrenzlast,
Drehzahl,
Schmierung,
erforderlicher Lebensdauer,
Stoß- und Schwingbelastungen.
Frage 2: Kann das Montagesystem die Last aufnehmen?
Dies hängt ab von:
Bolzendurchmesser,
Bolzenwerkstoff und Festigkeit,
Passung der Montagebohrung,
Schulterauflage,
Dicke der Montageplatte,
Auskraglänge,
Mutternvorspannung,
Biegemoment,
lokale Spannungskonzentration,
Rahmensteifigkeit.
Diese beiden Grenzwerte sind nicht austauschbar.
SKF veröffentlicht für Kegelrollenstößel ausdrücklich sowohl die Tragzahlen als auch die maximalen Radiallastwerte. In einer Tabelle der SKF-Baureihe D52 weist beispielsweise der KR 52 PPA eine dynamische Grundtragzahl von 15,7 kN, jedoch eine maximale dynamische Radiallast von 36 kN auf; der KRV 52 PPA verfügt über eine dynamische Tragzahl von 20,9 kN und eine maximale Radiallast von 45 kN. Dabei handelt es sich um unterschiedliche technische Kenngrößen, die keinesfalls gleichgesetzt werden dürfen.
Wie montiert man einen Kegelrollenstößel mit Bolzen, ohne den Bolzen zu verbiegen?
Dies ist eine der wichtigsten Fragen bei der Montage.
Kurz gesagt:
Stützen Sie den Bolzen korrekt ab, minimieren Sie das Spiel in der Montagebohrung, stellen Sie eine vollflächige Schulterauflage sicher, halten Sie die Last möglichst nahe am abgestützten Bereich und ziehen Sie die Mutter mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment an.
Behandeln Sie den Bolzen nicht wie eine herkömmliche Schraube, die sich einfach mit möglichst hohem Drehmoment anziehen lässt.
3.1 Die richtige Passung der Montagebohrung verwenden
SKF gibt für die Bohrung, in der der Bolzen befestigt wird, eine Montagebohrungstoleranz H7 vor. SKF weist außerdem darauf hin, dass Nockenstößel bei Stoßbelastung ohne Spiel zwischen Bolzen und Bohrungssitz montiert werden sollten. Lässt sich das empfohlene Anziehdrehmoment nicht erreichen, empfiehlt SKF eine Presspassung.
Auch NTN gibt hierzu eine vergleichbare allgemeine Empfehlung:
Bolzenreihe | Empfohlene Toleranz der Montagebohrung |
|---|---|
Metrische Reihe | H7 |
Zollreihe | F7 |
NTN empfiehlt darüber hinaus, das Spiel zwischen Bolzen und Bohrung bei Stoßbelastung so gering wie möglich zu halten.
Dies ist wichtig, da zu großes Spiel eine Relativbewegung des Bolzens zur Montageplatte ermöglicht.
Diese Bewegung kann Folgendes verursachen:
lokale Stoßbelastung
Passungsrost
ungleichmäßigen Anlagekontakt an der Schulter
Bolzenbiegung
Lockern
eine veränderte Ausrichtung zwischen Rolle und Laufbahn
Verwenden Sie nicht ohne Weiteres eine Presspassung
Eine Presspassung ist keine universelle Lösung.
Die passende Passung hängt von der Konstruktion des Herstellers und der tatsächlichen Anwendung ab. Bei einer Standardanwendung ist die vom Hersteller vorgegebene Bohrungstoleranz einzuhalten. Bei Stoßbelastung oder unzureichender Vorspannung sind vor einer Änderung der Passung die spezifischen Katalogangaben zu prüfen.
Die Schulter ist eine tragende Auflagefläche, kein Distanzstück.
Ein häufiger Fehler besteht darin, sich auf den Gewindeteil zu konzentrieren und die Schulter zu vernachlässigen.
Die Schulter muss vollflächig und korrekt an der Montagefläche anliegen.
SKF gibt vor, dass der auf den Bolzenschaft aufgepresste Bundring über seine gesamte Seitenfläche axial abgestützt werden sollte; die Auflagefläche ist dabei entsprechend dem vom Hersteller angegebenen Durchmesser auszulegen.
Auch NTN spezifiziert Anforderungen an die Höhe der Montagefläche und empfiehlt, die Seitenflächen präzise aneinander anzulegen.
Eine geeignete Montagefläche sollte Folgendes bieten:
ausreichende Auflagebreite
ausreichende Materialstärke
hohe Planheit
korrekten Bohrungsdurchmesser
geeignete Kantenfase
keine Grate
keine Verformung unter Vorspannung
Die Montagefläche darf nicht nur einen kleinen Bereich der Schulter berühren.
Wird die Schulter nur teilweise abgestützt, kann es am Bolzen zu zusätzlicher Biegung kommen, und die Montagefläche kann sich verformen.
Auskraglänge: Die versteckte Ursache für die Bolzenbiegung
Bolzen-Nockenrollen werden häufig in Ausführung mit Auskragung montiert.
Das bedeutet: Der Abstand zwischen der wirksamen Belastungsebene und der stützenden Schulter erzeugt ein Biegemoment.
Ein vereinfachter ingenieurtechnischer Zusammenhang lautet:
Biegemoment ≈ Radiallast × wirksame Auskragung
Je größer der wirksame Überhang, desto höher ist bei gleicher Radiallast das Biegemoment.
Daraus ergibt sich ein wichtiges Auslegungsprinzip:
Ein Bolzen-Kurvenrollenlager darf nicht allein nach der Radiallast ausgelegt werden. Entscheidend ist auch, wo die Last in Bezug auf die Montageanlage angreift.
Betrachten wir beispielsweise zwei Einbausituationen mit derselben Radiallast von 5 kN.
Einbausituation A
Radiallast = 5 kN
Wirksamer Überhang = 10 mm
Näherungsweises Moment:
M = 5 × 10 = 50 N·m
Einbausituation B
Radiallast = 5 kN
Wirksamer Überhang = 30 mm
Näherungsweises Moment:
M = 5 × 30 = 150 N·m
Die Radiallast ist identisch, das Biegemoment jedoch rund dreimal so hoch.
Deshalb kann ein Bolzen versagen, obwohl das Lager selbst scheinbar über ausreichende Tragfähigkeit verfügt.
Bei kritischen Anwendungen sollte die tatsächliche Bolzenspannung anhand der Geometrie- und Werkstoffdaten des Herstellers geprüft werden, statt sich ausschließlich auf diesen vereinfachten Zusammenhang zu verlassen.
Welche Lasten sind zu berücksichtigen?
Ein Bolzen-Kurvenrollenlager ist nicht nur einer einzigen Lastart ausgesetzt.
Mindestens sind folgende Lasten zu bewerten:
1. Radiallast
Dies ist in der Regel die Hauptlast.
2. Stoßbelastung
Dazu zählen beispielsweise:
Indexiermechanismen
Stanzmaschinen
nockenbetätigte Mechanismen
Werkzeugmaschinenschlitten
Verpackungsanlagen
Materialflussanlagen
Durch Stoßbelastungen kann eine nominell ausreichende Passung unzureichend werden.
3. Laufbahnkontaktbelastung
Die Laufbahn selbst kann zum begrenzenden Bauteil werden.
Der Rollenfolger kann zwar eine hohe Tragzahl aufweisen, die zugehörige Laufbahn jedoch nicht über ausreichende Härte, Dicke oder Kontaktfläche verfügen.
4. Bolzenbiegebelastung
Sie wird beeinflusst durch:
Radiallast
Überhang
Montageabstützung
Lochspiel
Rahmensteifigkeit
5. Axiale oder durch Schiefstellung bedingte Einflüsse
In einigen Anwendungen entstehen zusätzliche Kräfte, wenn der Rollenbolzen seitlich versetzt läuft oder die Laufbahn nicht korrekt ausgerichtet ist.
6. Dynamische Einflüsse
Beschleunigung, Verzögerung, Schwingbewegungen und Richtungswechsel können zu Belastungen führen, die sich deutlich von einer einfachen statischen Berechnung der Radiallast unterscheiden.

Lagertragfähigkeit im Vergleich zur Laufbahntragfähigkeit
Eine der praxisgerechtesten Methoden zur Auslegung eines Rollenbolzens mit Bolzen ist die Gegenüberstellung von zwei Belastungsspalten:
Prüfen | Frage |
|---|---|
Lager | Können die Wälzkörper die aufgebrachte Last aufnehmen? |
Außenring | Kann der Außenring der Kontaktbeanspruchung standhalten? |
Laufbahn | Kann die Gegenlaufbahn der Kontaktlast standhalten? |
Bolzen | Kann der Bolzen Biege- und Zuglasten aufnehmen? |
Befestigung | Können Schulter und Rahmen die Last übertragen? |
Befestigungselement | Kann die Mutter die erforderliche Vorspannung aufrechterhalten? |
Die Produktdaten von NTN zeigen, warum diese Unterscheidung wichtig ist. So weist die NTN KRV52X beispielsweise eine dynamische Tragzahl von 28,8 kN, eine statische Tragzahl von 61,0 kN und eine Laufbahntragfähigkeit von 23,3 kN auf.
Die Laufbahntragfähigkeit ist nicht lediglich eine andere Bezeichnung für die dynamische Tragzahl des Lagers.
Es bildet einen anderen Abschnitt des Kraftflusses ab.
Technische Kernaussage
Das schwächste Bauteil bestimmt die praktische Tragfähigkeit des Systems.
Dabei kann es sich um folgende Komponente handeln:
die Wälzkörper
Außenring
Bolzen
Befestigungsplatte
oder die Laufbahn
Zylindrischer oder balliger Außenring: Welche Ausführung ist die richtige Wahl?
Bolzen-Axialzylinderrollenlagerführungen verfügen in der Regel über eine zylindrische oder ballige bzw. sphärische Außenkontur.
Die Auswahl sollte sich nach der Laufbahngeometrie und den Anforderungen an die Ausrichtung richten.
Zylindrischer Außenring
Ein zylindrischer Außenring bietet bei korrekt ausgerichteter Laufbahn eine breite, definierte Kontaktgeometrie.
Typische Anwendungen sind:
präzise bearbeitete Laufbahnen
ebene Führungsflächen
kontrollierte Linearbewegungen
Anwendungen, bei denen die Kontaktbreite entscheidend ist
Ein zylindrischer Außenring reagiert jedoch deutlich empfindlicher auf Fehlausrichtung.
Bombierter oder sphärischer Außenring
Ein bombierter Außenring kann die Kantenbelastung bei geringer Winkelfehlausrichtung reduzieren.
Typische Anwendungen sind:
ungenaue Ausrichtung
oszillierende Mechanismen
Anwendungen, in denen der Mitnehmer keine vollständige Parallelität zur Laufbahn aufrechterhalten kann
Mechanismen mit veränderlicher Kontaktgeometrie
NTN kennzeichnet Produkte wie CRV24H mit bombierter Rolle und sphärischem Außenring.
Auch die Produktfamilien von SKF unterscheiden zwischen verschiedenen Außenringgeometrien und Ausführungen.
Einfache Auswahlregel
Anwendungsbedingung | Bevorzugte Ausführung |
|---|---|
Starre, präzise ausgerichtete Laufbahn | Zylindrisch |
Geringe Ausrichtungsfehler | Bombiert/sphärisch |
Hohe Radialbelastung | Vollrollige Ausführung in Betracht ziehen |
Hohe Drehzahl | Ausführung mit Käfig und geringerem Reibungswiderstand in Betracht ziehen |
Verschmutzte Umgebung | Abgedichtete Ausführung |
Häufige Nachschmierung | Nachschmierbare Ausführung |
Eingeschränkter Wartungszugang | Abgedichtete oder wartungsfreundliche Ausführung |
Die endgültige Auswahl sollte stets dem Katalog des Herstellers für die jeweilige Baureihe folgen.
Käfiggeführte Rollenlager im Vergleich zu vollrolligen Ausführungen
Auch die innere Anordnung der Wälzkörper verändert das Leistungsprofil.
Eine käfiggeführte Nadelrollen-Ausführung bietet in der Regel geringere Reibung und eignet sich besser für höhere Drehzahlen.
Eine vollrollige Ausführung enthält mehr Wälzkörper und kann eine höhere radiale Tragfähigkeit bieten; als Gegenleistung sind jedoch erhöhte Reibung und eine geringere zulässige Drehzahl möglich.
SKF liefert hierfür in seinen Produktunterlagen ein anschauliches Beispiel:
KR 52 PPA: dynamische Tragzahl 15,7 kN; Grenzdrehzahl 3.000 r/min
KRV 52 PPA: dynamische Tragzahl 20,9 kN; Grenzdrehzahl 1.900 r/min
Die KRV-Ausführung arbeitet mit einem Vollrollensatz aus Nadeln und ist für höhere radiale Belastungen ausgelegt, während die KR-Ausführung eine höhere Drehzahlfähigkeit bietet.
Dies verdeutlicht ein wesentliches Auswahlprinzip:
Maximale Tragfähigkeit und maximale Drehzahl sind häufig miteinander konkurrierende Auslegungsziele.
Wählen Sie nicht automatisch die höchste Tragzahl.
Welches Anziehdrehmoment sollte verwendet werden?
Für alle Bolzen-Kurvenrollen gibt es kein allgemeingültiges Anziehdrehmoment.
Der korrekte Wert hängt ab von:
Bolzendurchmesser
Gewindegröße
Bolzenwerkstoff
Mutternausführung
Baureihe
Montageausführung
Herstellerangaben
Verwenden Sie stets den für das jeweilige Modell bzw. die jeweilige Baureihe angegebenen Drehmomentwert.
SKF weist darauf hin, dass die mitgelieferte Mutter mit dem empfohlenen Drehmoment anzuziehen ist, um die volle Tragfähigkeit der Nockenrolle auszuschöpfen. Bei starker Vibration empfiehlt SKF geeignete Sicherungsmethoden und merkt an, dass selbstsichernde Muttern gemäß den Angaben des Mutternherstellers ein höheres Anzugsdrehmoment erfordern können.
NTN weist ebenfalls darauf hin, dass ein zu hohes Anzugsdrehmoment den Gewindeteil des Bolzens zerstören kann.
Modellspezifische Beispiele
Die folgenden Beispiele zeigen, weshalb eine pauschale Anweisung wie „fest anziehen“ nicht sicher ist:
NTN-Modell | Bolzengewinde | Vom Hersteller angegebenes Drehmoment | Dynamische Tragzahl |
|---|---|---|---|
CR8-1X | No.10-32 UNF | 2.0 N·m | 2.82 kN |
CR10X | 1/4-28 UNF | 4 N·m | 4.05 kN |
CR16XH | 7/16-20 UNF | 18 N·m | 7.25 kN |
CRV24H | 5/8-18 UNF | 51 N·m | 21.1 kN |
KRV52X | M20×1.5 | 98 N·m | 28.8 kN |
CR32H | 7/8-14 UNF | 150 N·m | 28.9 kN |
Diese Werte stammen aus den Produktdatensätzen von NTN Bearing Finder und sind als modellspezifische Herstellerangaben zu verstehen, nicht als allgemeine Drehmomentempfehlungen.
Für die Montage in der Produktion haben stets die aktuellen Maßtabellen und Montageunterlagen des Herstellers Vorrang vor einer Sekundärtabelle oder einem älteren Katalog.
Richtige Anzugsreihenfolge
Eine bewährte Montagesequenz ist:
Schritt 1: Montagebohrung prüfen
Prüfen:
Durchmesser
Toleranz
Rundheit
Grate
Oberflächenschäden
Blechdicke
Für metrische NTN-Kurvenrollen mit Bolzen ist H7 allgemein die empfohlene Toleranz für die Montagebohrung; bei der Zollreihe wird F7 verwendet.
Schritt 2: Bund prüfen
Stellen Sie sicher, dass der Bund vollflächig und plan auf der Montagefläche aufliegt.
Schritt 3: Schmierbohrung ausrichten
Vor dem Anziehen ist die Lage des Schmierkanals zu bestimmen.
SKF empfiehlt, die Schmierbohrung im unbelasteten Bereich der Kurvenrolle anzuordnen. NTN gibt dieselbe grundlegende Empfehlung und kennzeichnet die Position der Schmierbohrung über die Markierung am Bolzen.
Schritt 4: Bolzen einsetzen
Setzen Sie den Bolzen ohne Schlageinwirkung ein.
Schlagen Sie nicht auf den Bolzenkopf.
Sowohl SKF als auch NTN warnen ausdrücklich vor der Montage mit Schlägen.
Schritt 5: Mutter montieren
Drehen Sie die Mutter zunächst von Hand auf.
Das maximale Drehmoment nicht sofort anlegen.
Schritt 6: Bolzen sichern
Verwenden Sie die vorgesehenen:
Innensechskantaufnahme
Inbusschlüssel
Schraubendreherschlitz
um ein Mitdrehen des Bolzens zu verhindern.
Schritt 7: Auf das vorgegebene Drehmoment anziehen
Verwenden Sie einen kalibrierten Drehmomentschlüssel.
Das Drehmoment nicht nach Gefühl einschätzen.
Schritt 8: Leichtgängigkeit prüfen
Nach dem Anziehen:
den Außenring drehen
auf ungewöhnlichen Widerstand prüfen
die Laufbahnausrichtung prüfen
sicherstellen, dass der Bund weiterhin vollständig anliegt
Wie bleibt der Schmieranschluss nach der Montage zugänglich?
Dies zählt zu den am häufigsten übersehenen Aspekten einer wartungsgerechten Konstruktion.
Ein Schmieranschluss, der zwar technisch vorhanden, aber physisch nicht erreichbar ist, stellt kein praxistaugliches Schmiersystem dar.
Vor der Montage ist zu klären:
Wo kann die Fettpresse bzw. der Schmiernippel nach dem Zusammenbau der Maschine tatsächlich angesetzt werden?
SKF Nockenrollen können je nach Ausführung unterschiedliche Nachschmierwege aufweisen. Je nach Baureihe kann das Fett über den Bolzenkopf, das Gewindeende oder über eine radiale Bohrung mit umlaufender Nut zugeführt werden. Bei einigen Ausführungen ist die nutzbare Schmierroute eingeschränkt.
NTN bietet ebenfalls Schmiernippel und Verschlussstopfen für unterschiedliche Bolzenpositionen und Ausführungen an.
Checkliste zur Zugänglichkeit der Schmierung
Vor dem endgültigen Anziehen:
Schmieranschluss identifiziert
Anschluss außerhalb der Hauptlastzone positioniert
Schmiernippel korrekt montiert
Ausreichend Freiraum für die Fettpresse vorhanden
Benachbarte Bauteile behindern den Zugang nicht
Verschlussstopfen im nicht genutzten Schmierkanal eingesetzt
Bei Bedarf ist ein Anschluss an eine Zentralschmierung möglich
Der spätere Wartungszugang wurde berücksichtigt
Ein praxistaugliches Konstruktionsprinzip
Richten Sie den Schmieranschluss nicht nur nach der Montagezeichnung aus, sondern vor allem nach dem Zugang für das Wartungspersonal.
Wird der Anschluss durch Rahmen, Schutzvorrichtung, Riemenscheibe oder ein benachbartes Lager verdeckt, erschwert dies die Wartung erheblich, und Nachschmierintervalle können versäumt werden.
Schmierung: Abgedichtete oder nachschmierbare Ausführungen
Eine pauschal beste Schmierausführung gibt es nicht.
Die richtige Auswahl richtet sich nach den Einsatzbedingungen.
Nachschmierbare Nockenkupplungen
Vorteile:
längere mögliche Lebensdauer
Der Fettzustand kann erneuert werden
geeignet für anspruchsvolle Schwerlastanwendungen
vorteilhaft bei hohen Lasten oder in verschmutzter Umgebung
SKF weist darauf hin, dass Nockenkupplungen bei hohen Drehzahlen, unter verschmutzten oder feuchten Bedingungen sowie bei Temperaturen über etwa 70 °C häufiger nachgeschmiert werden müssen. Auch vollrollige Ausführungen können eine häufigere Nachschmierung erfordern.
Abgedichtete Nockenkupplungen
Vorteile:
geringerer Wartungsaufwand
besserer Schutz vor Verunreinigungen
zweckmäßig, wenn der Zugang zur Schmierstelle erschwert ist
Beispielsweise führt NTN die CRV24XLLH als doppelt abgedichtete Nockenkupplung mit zylindrischem Außenring und einer Fettdrehzahlgrenze von 4.800 rpm auf.
Eine abgedichtete Ausführung sollte jedoch nicht automatisch für jede Anwendung gewählt werden.
Zu berücksichtigen sind:
Betriebstemperatur
Drehzahl
Verunreinigung
erwartete Gebrauchsdauer
Wartungszugang
Werksschmierfettverträglichkeit
Häufiger Fehler Nr. 1: Unzureichende Schulterabstützung
Was passiert?
Die Schulter liegt nicht vollständig an der Montagefläche an.
Folge
Der Bolzen kann zusätzlichen Biegebeanspruchungen und örtlichen Kontaktspannungen ausgesetzt sein.
Vorbeugung
Die Montagefläche präzise bearbeiten und den vollständigen Schulternkontakt sicherstellen.
SKF verlangt ausdrücklich, dass die Auflagefläche den Bundring über die gesamte Seitenfläche abstützt.
Häufiger Fehler Nr. 2: Zu großes Lochspiel
Was passiert?
Der Bolzen kann sich im Montagebohrung bewegen.
Folge
Passungsrost
Stoß
Fehlausrichtung
Lockern
erhöhte Biegebeanspruchung
Vorbeugung
Die vorgegebene Bohrungstoleranz einhalten.
Bei metrischen NTN-Ausführungen wird allgemein H7 empfohlen; bei Stoßbeanspruchung ist das Bolzen-Bohrungs-Spiel besonders eng zu kontrollieren.
Häufiger Fehler Nr. 3: Den Bolzen eintreiben
Ein Bolzen-Laufring darf nicht durch Schlagen auf den Bolzenkopf montiert werden.
Der Schlag kann folgende Bauteile beschädigen:
das Lager
die Bolzenschulter
Wälzkörper
Laufbahn
Dichtungselemente
SKF warnt ausdrücklich davor, auf den Bolzenkopf zu schlagen. NTN weist ebenfalls darauf hin, dass direktes Hämmern auf den Führungsbund zu Beschädigungen und zum Ausfall der Drehbewegung führen kann.
Stattdessen sollten Sie eine korrekte Ausrichtung und eine kontrollierte Montagekraft verwenden.
Häufiger Fehler Nr. 4: Auswahl ausschließlich nach dynamischer Tragzahl
Angenommen, eine Anwendung erfordert eine radiale Belastung von 20 kN.
Ein Ingenieur wählt einen Nockenstößel mit einer dynamischen Tragzahl von 25 kN aus und geht davon aus, dass die Auslegung damit abgeschlossen ist.
Das ist nicht der Fall.
Zusätzlich sollte der Ingenieur folgende Punkte prüfen:
maximale radiale Belastung
statische Belastung
Laufbahnbelastung
Bolzenfestigkeit
Überhang
Drehzahl
Stoßbelastung
Schmierung
Geometrie des Außenrings
Passung der Befestigungsbohrung
Dies ist insbesondere wichtig, da SKF die maximalen Radiallastwerte getrennt von den Grundwerten der dynamischen und statischen Tragzahl veröffentlicht.
Häufiger Fehler Nr. 5: Die Schmieröffnung blockieren
Ein technisch korrekt ausgelegtes Lager kann nach der Montage zu einem Wartungsproblem werden.
Typische Ursachen sind:
Öffnung zur Maschinengestellseite hin ausgerichtet
Schmiernippel hinter einer Schutzabdeckung verdeckt
angrenzendes Bauteil behindert die Fettpresse
falsche Ausrichtung des Stehbolzens
falsche Position des Verschlussstopfens
Die Lösung ist einfach:
Führen Sie vor der Endmontage eine Zugänglichkeitsprüfung durch.
SKF empfiehlt, die Schmierbohrung im unbelasteten Bereich zu positionieren; NTN schreibt zudem vor, dass die Ölbohrung vom belasteten Bereich weg ausgerichtet sein sollte.
Häufiger Fehler Nr. 6: Den Stehbolzen beim Anziehen mitdrehen lassen
Dreht sich der Stehbolzen beim Anziehen der Mutter mit, kann dies mehrere Probleme verursachen.
Die Ausrichtung der Schmierbohrung kann sich verändern.
Eine exzentrische Einstellung kann sich verändern.
Der Stehbolzen bleibt unter Umständen nicht in der vorgesehenen Position.
Die Lösung besteht darin, den Stehbolzen über die dafür vorgesehene Antriebsaufnahme zu fixieren.
SKF weist darauf hin, dass größere Nockenrollenlager eine Sechskantaufnahme verwenden, während bei einigen kleineren Ausführungen ein Schraubendreherschlitz eingesetzt wird.

Praktische, modellbasierte Einbau-Checkliste
Die folgende Checkliste lässt sich an unterschiedliche Stützrollen-Ausführungen anpassen.
Beispiel A — NTN CR10X
Prüfpunkte | Referenz |
|---|---|
Zuordnung des Prüfpunkts | Zylindrisch |
Bolzengewinde | 1/4-28 UNF |
Befestigungsbohrung für den Bolzen | Die vorgegebene Toleranz der Zollreihe einhalten |
Dynamische Tragzahl | 4.05 kN |
Statische Tragzahl | 4.20 kN |
Vom Hersteller angegebenes Drehmoment | 4 N·m |
Schmierung | Kompatibel mit Schmiernippel |
Antrieb | Nut |
Anwendungsprüfung | Last + Drehzahl + Laufbahn + Bolzen |
NTN gibt für den CR10X ein Drehmoment von 4 N·m, eine dynamische Tragzahl von 4.05 kN und eine statische Tragzahl von 4.20 kN an.
Beispiel B — NTN KRV52X
Prüfpunkte | Referenz |
|---|---|
Außenring | Zylindrisch |
Bolzengewinde | M20×1.5 |
Bolzendurchmesser | 20 mm |
Dynamische Tragzahl | 28.8 kN |
Statische Tragzahl | 61,0 kN |
Tragfähigkeitswert der Laufbahn | 23,3 kN |
Vom Hersteller angegebenes Drehmoment | 98 N·m |
Grenzdrehzahl bei Fettschmierung | 4.000 U/min |
Grenzdrehzahl bei Ölschmierung | 5.000 U/min |
Schmiernippel | NIP-B8 |
Diese Werte zeigen, warum die Auslegung nicht beim dynamischen Tragzahlwert des Lagers enden darf. Der angegebene Tragfähigkeitswert der Laufbahn liegt unter der dynamischen Tragzahl des Lagers, sodass die Laufbahn zum begrenzenden Bauteil werden kann.
Beispiel C — NTN CRV24H
Prüfpunkte | Referenz |
|---|---|
Außenring | Kugelig |
Rolle | Ballig |
Bolzengewinde | 5/8-18 UNF |
Dynamische Tragzahl | 21.1 kN |
Statische Tragzahl | 2,15 kN |
Tragfähigkeitswert der Laufbahn | 3,6 kN |
Vom Hersteller angegebenes Drehmoment | 51 N·m |
Grenzdrehzahl bei Fettschmierung | 4.800 U/min |
Antrieb | Sechskant |
Der im Verhältnis zur dynamischen Tragzahl des Lagers vergleichsweise niedrige Tragfähigkeitswert der Laufbahn ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Gegenlaufbahn gesondert zu bewerten ist.
Wichtig: Produktspezifikationen können je nach Baureihe, Ausführung, Suffix und Hersteller variieren. Für die endgültige Fertigungszeichnung sind stets die aktuellen Maß- und Anwendungstabellen des jeweiligen Herstellers heranzuziehen.
Anonymer Engineering-Fall: Warum ein „korrektes“ Lager versagte
Betrachten Sie einen anonymisierten Indexiermechanismus an einem Förderer.
Anwendungsdaten
Radiallast: 8 kN
Stoßbelastung intermittierend: mittel
Drehzahl: 1.500 U/min, äquivalente Rollenlaufgeschwindigkeit
Laufbahn: gehärteter Stahl
Bewegung: wiederholte Schwenkbewegung
Instandhaltung: periodische Fettschmierung
Verfügbare Montageplattenstärke: begrenzt
Vorhandene Bolzenbohrung: im Verhältnis zum ausgewählten Bolzen überdimensioniert
In der Ausgangsauslegung wurde primär aufgrund der dynamischen Tragzahl ein standardmäßiger zylindrischer Bolzen-Nockenfolger ausgewählt.
Das Lager erschien zunächst ausreichend dimensioniert.
Nach mehreren Wochen traten an der Maschine folgende Erscheinungen auf:
unruhiger Lauf,
zunehmende Geräuschentwicklung,
sichtbare Passungsrostbildung um die Montagebohrung,
untypische Laufspuren,
fortschreitende Lockerung.
Fehleranalyse
Die Wälzkörper waren nicht das eigentliche Problem.
Die Untersuchung ergab vier mitwirkende Faktoren:
1. Zu großes Spiel der Bolzenbohrung
Der Bolzen konnte sich in der Montageplatte bewegen.
2. Unzureichende Schulterabstützung
Die Montagefläche stützte die Schulter nicht vollständig ab.
3. Zu großer wirksamer Überhang
Der Kontaktpunkt der Laufbahn lag weiter von der Montageabstützung entfernt als erwartet.
4. Ausrichtung der Schmierbohrung
Die Schmierbohrung war zur belasteten Seite hin angeordnet und nach der Montage nur noch schwer zugänglich.
Konstruktive Korrektur
Das Konstruktionsteam änderte die Ausführung durch:
Einhaltung der vom Hersteller empfohlenen Toleranz für die Montagebohrung
Verstärkung der Schulterabstützung
Reduzierung des wirksamen Kragarms
Ausrichtung des Schmierkanals zur unbelasteten Zone
Verwendung des vom Hersteller vorgegebenen Anziehdrehmoments
Getrennte Bewertung der Tragfähigkeit der Laufbahn und der Tragzahl des Lagers
Die zentrale Erkenntnis lautet nicht einfach: „Verwenden Sie ein robusteres Lager.“
Die bessere Lösung bestand darin:
Gestalten Sie den Lastpfad um die Bolzenstößelrolle herum neu.
Auswahl von Bolzenstößelrollen: Ein effizienterer Engineering-Workflow
Stellen Sie statt dessen folgende Frage:
"Welches Lager verfügt über ausreichend Tragfähigkeit?"
Gehen Sie stattdessen in dieser Reihenfolge vor:
Schritt 1 — Die Bewegung definieren
Erfassen Sie:
lineare Geschwindigkeit
Drehzahl
Schwenkwinkel
Frequenz
Beschleunigung
Wechselbewegung
Schritt 2 — Die Belastung definieren
Erfassen Sie:
normale radiale Belastung
Spitzenradiallast
Stoßbelastung
axiale Belastung
Lastrichtung
Schritt 3 — Die Laufbahn definieren
Prüfen:
Werkstoff
Härte
Breite
Dicke
Oberflächenbeschaffenheit
Ebenheit
Krümmung
Schritt 4 — Die Einbaustruktur festlegen
Prüfen:
Bolzendurchmesser
Bohrungstoleranz
Blechdicke
Bunddurchmesser
wirksamer Überhang
Rahmensteifigkeit
Schritt 5 — Die Geometrie des Außenrings auswählen
Wählen Sie je nach Laufbahnausrichtung und Kontaktanforderungen eine zylindrische oder bombierte/kugelige Ausführung.
Schritt 6 — Die Innenkonstruktion auswählen
Wählen Sie zwischen:
Nadelrollen mit Käfig
Vollrollensatz
anderen herstellerspezifischen Ausführungen
Schritt 7 — Abdichtung und Schmierung auswählen
Zu berücksichtigen sind:
Verunreinigung
Wasser
Temperatur
Drehzahl
Wartungsintervall
Schritt 8 — Alle Lastgrenzen prüfen
Prüfen:
Lager → Außenring → Laufbahn → Bolzen → Schulter → Rahmen
Schritt 9 — Montage prüfen
Prüfen:
Bohrungspassung
Schulterabstützung
Anziehdrehmoment
Bolzenausrichtung
Schmierzugänglichkeit
Schritt 10 — Wartung prüfen
Prüfen Sie:
Kann ein Techniker den Nockenfolger nach der vollständigen Montage der Maschine tatsächlich schmieren und prüfen?
Abschließende Checkliste für die Montage von Bolzen-Nockenfolgern
Prüfen Sie vor der Freigabe eines Designs für die Produktion alle folgenden Punkte:
Lagerauswahl
Radiallast berechnet
Spitzenlast ermittelt
Stoßfaktor berücksichtigt
Drehzahl geprüft
Schwingbewegung berücksichtigt
Zylindrischer bzw. ballig ausgeführter Außenring korrekt ausgewählt
Dynamische Tragzahl geprüft
Statische Tragzahl geprüft
Maximale radiale Belastung geprüft
Laufflächenbelastung geprüft
Bolzenbelastbarkeit geprüft
Befestigung
Toleranz der Montagebohrung bestätigt
Bohrung ist rund und gratfrei
Anlagebund vollflächig abgestützt
Montagefläche ist ausreichend steif
Auskragungslänge minimiert
Richtige Mutter montiert
Vom Hersteller vorgegebenes Anzugsdrehmoment bestätigt
Mitdrehen des Bolzens beim Anziehen verhindert
Keine Schlagmontage verwendet
Schmierung
Schmierkonzept identifiziert
Fettverträglichkeit bestätigt
Anschluss in unbelasteter Zone positioniert
Schmiernippel gut zugänglich
Nicht genutzte Schmierkanäle verschlossen
Nachschmierintervall festgelegt
Wartungszugang geprüft
Endkontrolle
Außenring läuft leichtgängig
Bolzen vollständig gesetzt
Mutter mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen
Laufbahnfluchtung bestätigt
Keine unzulässigen Berührungen
Schmieranschluss bleibt zugänglich
Montagedrehmoment dokumentiert
Fazit: Den Bolzen als tragendes Bauteil montieren, nicht nur als Verbindungselement
Die zuverlässigste Methode zur Montage eines Bolzenstößelrollenlagers besteht darin, den gesamten Lastpfad zu betrachten und nicht nur das Lager selbst.
Eine erfolgreiche Montage beruht auf dem Zusammenspiel von fünf Elementen:
Lagertragfähigkeit + Laufbahntragfähigkeit + Bolzenfestigkeit + Befestigungsabstützung + fachgerechte Montage
Die dynamische Tragzahl des Lagers beantwortet nur einen Teil der Fragestellung.
Ein Bolzenstößelrollenlager kann dennoch ausfallen, weil:
die Befestigungsbohrung zu groß ausgeführt ist
die Schulter unzureichend abgestützt ist
der Bolzen zu weit auskragend montiert ist
Die Laufbahn kann die Kontaktbelastung nicht aufnehmen
Die Mutter ist zu fest angezogen
Der Bolzen verdreht sich bei der Montage
Die Schmierbohrung befindet sich im belasteten Bereich
oder der Schmieranschluss wird unzugänglich
SKF und NTN betonen gleichermaßen korrekte Bedingungen der Montagebohrung, das fachgerechte Anziehen, die richtige Bolzenausrichtung und den Schutz des Schmierwegs.
Für Ingenieure und Instandhaltungsteams lautet die entscheidende Frage daher nicht einfach:
„Welcher Bolzen-Nockenfolger hat die höchste Tragzahl?“
Die bessere Frage lautet:
„Welcher Bolzen-Nockenfolger bietet für diesen Mechanismus den richtigen Kraftfluss, die passende Einbausituation, den korrekten Laufbahnkontakt, das geeignete Schmierkonzept und eine gute Wartungsfähigkeit?“
Dieser Perspektivwechsel kann viele Ausfälle verhindern, die im laufenden Betrieb fälschlicherweise der „Lagerqualität“ zugeschrieben werden.





